Flug buchen ohne Kreditkarte

Warum immer nur mit Plastik zahlen?

Von Tobias Müller
 - 15:08

Zum einfacheren Bezahlen von Flügen startet die Deutsche Bank im kommenden Jahr einen Versuch mit dem Internationalen Dachverband der Fluggesellschaften IATA. Den Weg ebnete Anfang 2018 die europäische Zahlungsdienstrichtlinie PSD II. Sie ermöglicht es Banken auf die Kundendaten anderer Banken zuzugreifen und so ein branchenweites Netzwerk einzurichten – vorausgesetzt der Kunde stimmt dem zu.

Willigt der Kunde ein, wird die Deutsche Bank damit beauftragt, die Zahlung im Hintergrund abzuwickeln – ganz gleich, bei welcher Bank der Kunde ein Konto besitzt. Die Zahlung läuft wie eine herkömmliche Sofortüberweisung ab; nur dass die Deutsche Bank diesen Part übernimmt. Einmal eingerichtet, kann der Kunde dann ohne weitere Angaben von Zahlungsmitteln schnell und unkompliziert Flüge buchen. Bis 2019 müssen europäische Banken Schnittstellen für dieses Netzwerk bereitstellen.

Warum gerade Fluggesellschaften? Jährlich zahlen die Unternehmen der Branche Schätzungen zufolge rund 8 Milliarden Euro Transaktionsgebühren an Kreditkartenunternehmen. Denn im Schnitt fällt für jede Flug-Buchung mit einer Kreditkarte eine Gebühr von rund 2,50 Euro an, die die Airlines entrichten müssen. Um diese Kosten zu reduzieren und damit letztlich Kreditkartenanbieter wie Visa und Mastercard zu umgehen, suchen Fluggesellschaften nach kostengünstigeren Möglichkeiten, die Zahlungen ihrer Kunden zu empfangen. Die Deutsche Bank erhebt natürlich ebenfalls Gebühren für ihre Dienste, jedoch werden diese deutlich niedriger ausfallen, als bei den etablierten Kreditkartenanbietern.

Dieses Geschäftsmodell eröffnet eine neue Einnahmequellen für die Deutsche Bank, beschneidet aber andererseits auch das eigene, lukrative Kreditkartengeschäft. Dennoch ist man im Frankfurter Geldhaus entschlossen, diesen Schritt zu gehen: „Wir wollen auf die neue Regeln nicht nur reagieren, sondern sie für uns nutzen.“, sagt der leitende Projektmanager. Abzuwarten bleibt jedoch, wie die neue Zahlungsart und der lockere Umgang mit den Daten bei den Kunden ankommt.

Quelle: FAZ.NET
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