Kryptowährung

Japans Notenbankchef warnt vor Bitcoins

 - 10:39

Die Zahl prominenter Bitcoin-Kritikern wächst. Am Donnerstag äußerte sich der Chef der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, zu der umstrittenen Kryptowährung. Der Bitcoin sei ein „Spekulationsobjekt“, sagte der Notenbanker nach dem Zinsentscheid der Bank of Japan.

Der Bitcoin-Kurs, der in diesem Jahr um bis zu 1800 Prozent gestiegen war, wirke abnormal hoch, sagte Kuroda. Ob es sich um eine Preisblase, also eine nicht nachhaltige Entwicklung handele, wollte Kuroda nicht bewerten. Der Bitcoin verhalte sich jedoch nicht wie ein normales Zahlungsmittel. Dies ist für viele Fachleute ein Grund, dem Bitcoin den Status einer Währung abzusprechen.

Auch die EU-Kommission warnt vor Risiken der Cyberwährung Bitcoin für Investoren und Verbraucher. Es bestehe die Gefahr, dass diese ihr gesamtes Vermögen verlören, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Investoren sollten realisieren, dass der Bitcoin-Kurs jeden Moment fallen könnte. "Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind nicht wirklich Währungen." Dombrovskis sagte, er habe die Bankaufseher der EU aufgefordert, ihre Warnungen zu Bitcoin auf aktuellen Stand zu bringen.

Der neue Chef der amerikanischen Bankenaufsicht OCC sieht derweil nach eigenen Angaben die Internet-Währung Bitcoin als Bedrohung für das amerikanische Bankensystem. „Die meisten Banken haben sich von der Währung ferngehalten", sagte Joseph Otting am Mittwoch bei seiner ersten offiziellen Pressekonferenz. „Sie scheint nicht ins Bankensystem vorgedrungen zu sein." Allerdings werde die Entwicklung genau beobachtet.

Seit Jahresbeginn hat sich die digitale Währung Bitcoin um das 19-fache verteuert. Das weckt Sorgen vor einer Blase. Die OCC ist eine von mehreren Aufsichten für die Wall Street und befasst sich unter anderem mit Geldwäsche und Banksatzungen. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor Spekulationen mit Bitcoin. Ein Risiko für das gesamte Finanzsystem gehe von der virtuellen Währung bislang nicht aus.

„Coinfriends“
Warum sind Bitcoins ein Erfolg?
© Helmut Fricke, F.A.Z.
Quelle: casc/dpa-AFX/Reuters
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