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Digital bezahlen

Wer besonders gerne Online-Banking nutzt

Von Franz Nestler
 - 11:37
Menschen mit höherer Bildung und höherem Einkommen nutzen besonders oft Tan-Generatoren. Bild: Rüchel, Dieter, F.A.Z.

Wenn es um Technik und Digitalisierung geht, sind die Deutschen noch immer sehr misstrauisch. Das sieht man nicht nur an Diskussionen rund um Google Streetview oder abgeklebte Webcams auf Notebooks, sondern auch immer wieder in der Bankenbranche. Eine Art digitaler Berater ist bei der Commerzbank durchgefallen und so genannte „Robo Advisor“ – Finanzberatung durch den Computer – sind immer noch ein Nischenphänomen in der Finanzbranche.

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Doch auch bei ganz harmlosen Sachen wie dem Onlinebanking lassen die Deutschen lieber ihre Finger. Das geht aus einer Befragung der Beratungsagentur Ernst & Young hervor. So wickelt nur etwa jeder Zweite – ganz genau 49 Prozent – seine Finanzgeschäfte online ab. Und die überwiegende Mehrheit wickelt diese auch am Laptop (49 Prozent) oder am heimischen Rechner (39 Prozent) ab. Neuere Technologien wie das Smartphone nutzt dazu nur jeder Fünfte, das Tablet gar nur jeder Zehnte. Doch warum ist das so?

Häufig haben die Nutzer Angst um die Sicherheit ihrer Daten, wie 23 Prozent sagen. Aber ein weiteres Viertel sagt auch, es hat schlicht und einfach kein Interesse an den Onlineangeboten. Das Muster ist dabei stets gleich: Umso älter die Befragten sind, umso größer ist die Skepsis vor den neuen Technologien. Umgekehrt heißt das aber auch, dass in den nächsten Jahren die Onlinenutzung von Finanzdiensten weiter steigen wird. Das bestätigt auch eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Ihrer Rechnung nach nutzten 53 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren Onlinebanking. Das sind rund 10 Prozent mehr als noch im Jahr 2010.

Nur jeder Fünfte würde gerne mit dem Smartphone im Supermarkt zahlen

So nutzen in der Bevölkerungsgruppe der 25- bis 34-Jährigen 74 Prozent Onlinebanking, währenddessen es in der Gruppe über 65 Jahren nur 28 Prozent sind. Auch steigt die Nutzung an, umso höher das Einkommen ist und umso höher die Bildung. Doch was etwas überraschend ist: Während in den ländlichen Gebieten, in denen viele Filialen schließen und deshalb auch immer weniger Bankdienstleistungen angeboten werden, nur 49 Prozent Onlinebanking nutzen, sind es dicht besiedelten Gebieten 57 Prozent – obwohl dort deutlich mehr Filialen und Dienstleistungen angeboten werden.

Auch bei anderen Innovationen ist man hierzulande zurückhaltend. So würde nur jeder Fünfte gern mit dem Smartphone etwa im Supermarkt zahlen wollen. Dagegen sagen 70 Prozent der Befragten, dass es für sie auf gar keinen Fall in Frage käme. Wie gut aber Innovationen auch manchmal angenommen werden, zeigt das Beispiel Paypal. 43 Prozent der Befragten nutzen es nur zehn Jahre nach dem Deutschlandstart des amerikanischen Bezahldienstleisters.

Quelle: F.A.Z.
Franz Nestler
Redakteur in der Wirtschaft.
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