Rovio

Der zornige Vogel will an die Börse

 - 11:12

Der finnische Spiele-Entwickler Rovio, bekannt vor allem für seine „Angry Birds"-Figuren, plant den Gang an die finnische Börse. Neben einer Kapitalerhöhung um rund 30 Millionen Euro will vor allem der Haupt- Anteilseigner Trema Anteile verkaufen. Trema gehört Kaj Hed, dem Vater des Vorstandsvorsitzenden Mika Hed, der gemeinsam mit seinem Cousin Niklas Rovio gegründet hat. Trema hält die Mehrheit an Rovio. Zu den weiteren Investoren zählen die Risikokapitalgesellschaften Accel Partners und Atomico.

Mit den Einnahmen will Rovio sein weiteres Wachstum finanzieren. Im vergangenen Jahr hatten die Finnen 192 Millionen Euro umgesetzt und nach Streichungen eines Drittels der Stelle und einem Konzernumbau wieder einen Gewinn von 10,6 Millionen Euro erzielt. Dazu trug auch der erfolgreiche Kinofilm „Angry Birds" bei. Im ersten Halbjahr setzte Rovio schon 153 Millionen Euro um und erzielte einen Gewinn von 13 Millionen Euro. Hier wirkt sich der Übergang von bezahlten Downloads zu In-App-Verkäufen positiv aus. In-App-Verkäufe ermöglichen einen größeren Erfolg in Spielen und sind aufgrund des Sucht-Potentials nicht ganz unumstritten.

2015 war Rovio auch operativ ins Minus gerutscht, nachdem die Umsätze um zehn Prozent auf 142 Millionen Euro gesunken waren. Grund waren nach Aussage des Unternehmens Investitionen, nicht zuletzt eben in den Film.

Kolportiert wird derzeit eine Unternehmensbewertung von rund 1,7 Milliarden Euro, was hochgerechnet auf das erste Halbjahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im Bereich zwischen 60 und 70 ergäbe.

Die Wertentwicklung der Aktien von (Handy-)Spielentwicklern war indes bisher wenig überzeugend. King Digital, Erfinder von “Candy Crush”, wurde rund ein Jahr nach seinem Börsengang mit einem Abschlag von 20 Prozent weiter verkauft. Der Kurs der koreanischen Netmarble Games hat sich seit dem großen Börsengang im Mai rückläufig entwickelt.

Meistens fehlt den Unternehmen nach einem erfolgreichen Produkt ein entsprechender Nachfolger. Das gilt auch für Rovio, das am meisten mit “Angry Birds 2” verdient. Auch unter den die jüngsten Spielen sind mit “Angry Birds Evolution” und “Angry Birds Match” vor allem Ableger von “Angry Birds” zu finden.Für 2019 plant Rovio einen zweiten Film, nachdem der erste 2016 etwa 300 Millionen Euro eingespielt hat.

Quelle: mho.
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