Krypto-Währung

Grünes Licht für Wetten auf Bitcoin

Von Franz Nestler
 - 13:35

Die Bitcoin-Rally geht weiter: Am Montag notierte der Kurs auf bis zu 11.845 Dollar. Noch zu Jahresanfang waren es lediglich rund 1000 Dollar. Einige wenige sind mit ihr reich geworden, zuletzt gaben die umtriebigen Winklevoss-Zwillinge an, dank Bitcoin zu Milliardären geworden zu sein. Doch das Anlegen ist – verglichen mit herkömmlichen Finanzprodukten wie Fonds oder Aktien – noch sehr schwierig. Man muss sich erst auf einer der diversen Handelsplattformen registrieren und kann dann dort mit anderen Nutzern in Kontakt treten. Das schreckt viele Menschen noch immer ab. Auch gibt es bisher keinen Terminkontrakt auf Bitcoin – unter anderem, weil es nicht „den“ Bitcoin-Preis gibt. Herangezogen werden die Preise einzelner Handelsbörsen oder synthetische Preisindizes von Finanzagenturen wie Bloomberg.

Das könnte sich nun aber zeitnah ändern. Denn die Chicago Mercantile Exchange, kurz CME, wird bald einen Terminkontrakt auf Bitcoin anbieten. Mit diesen Papieren können Investoren auf steigende und fallende Kurse wetten. Die CME gehört zu den ältesten und größten Börsen der Welt. Sie war schon immer dafür bekannt, auch Terminkontrakte auf abseitige Werte anzubieten, wie etwa Schweinebäuche oder Holz. Sie war auch die Börse, die erstmals Derivate auf das Wetter anbot.

Bitcoin wird als Rohstoff eingestuft

Nun soll es also Futures auf Bitcoin geben, wie die Börse mitteilte. Die amerikanische Regulierungsbehörde CFTC hat bereits grünes Licht gegeben. Die CFTC werde den Handel mit den Bitcoin-Futures künftig beobachten und dann weiterhin prüfen, ob Anpassungen nötig seien, hieß es von der Behörde. Sie ist eigentlich für die Regulierung des Handels mit Rohstoffen zuständig. Obwohl Bitcoin eine virtuelle Währung ist, hatte die Behörde die Digitalwährung aufgrund ihrer Eigenschaften als Finanzprodukt als Rohstoff eingestuft und damit ihre Zuständigkeit erklärt. Der Bitcoin unterscheide sich jedoch von allen anderen Produkten, mit denen man es in der Vergangenheit zu tun gehabt habe, hieß es jetzt in der Mitteilung der Behörde.

Durch die Einführung der Futures werden Bitcoins für Investoren deutlich besser handelbar. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen mögliche Preisschwankungen absichern. Terminkontrakte können aber auch für Spekulationen auf künftige Kursentwicklungen genutzt werden.

Dabei warnen immer mehr Menschen und Institutionen vor dem spekulativen Charakter von Bitcoin. In Deutschland hat zum Beispiel die Bafin vor dem Erwerb von Kryptowährungen im Rahmen von sogenannten ICOs gewarnt und darauf hingewiesen, dass ein Totalverlust drohe. Diese Initial Coin Offerings sind Börsengänge für Digitalwährungen. Großbritannien macht sich momentan dafür stark, dass die Regeln gegen Geldwäsche auch für Digitalwährungen wie Bitcoin gelten sollen – möglichst schon in diesem Jahr. Dann wäre es mit der Anonymität der Digitalwährungen vorbei. Malaysia hatte ähnliche Pläne schon in der vergangenen Woche angekündigt. Zumindest das Weltfinanzsystem scheint aber nach Einschätzung der Bank of England und der amerikanische Zentralbank Fed nicht bedroht zu sein, dazu sei die Kapitalisierung zu klein.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Nestler, Franz
Franz Nestler
Redakteur in der Wirtschaft.
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