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Vartas Börsengang

Varta will mit Börsengang 150 Millionen Euro erlösen

Von Daniel Mohr
 - 09:40
Produktion der Varta AG. Bild: Hersteller, F.A.Z.

Der Batteriehersteller Varta nimmt nun offiziell einen zweiten Anlauf für die Frankfurter Börse. Wie das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Ellwangen am Mittwoch mitteilte, ist ein Börsengang im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse noch in diesem Jahr geplant. Das Unternehmen will durch eine Kapitalerhöhung 150 Millionen Euro einnehmen.

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Der bisherige Alleineigentümer, die Montana Tech Components des Österreichers Michael Tojner, will zudem Aktien in einem noch nicht näher bezifferten Umfang abgeben, aber Mehrheitseigentümer mit einem Anteil von 60 Prozent bleiben. 40 Prozent der Aktien sollen nach dem Börsengang im Streubesitz sein. „Das Management der Varta AG hat in den vergangenen Jahren exzellente Arbeit geleistet. Sie haben das Unternehmen an die Spitze des Marktes für Hörgerätebatterien geführt und zukunftsträchtige Produkte für ein starkes Wachstum positioniert“, sagt Tojner. „Nach der Teilung von Varta vor fast 15 Jahren hätte damit kaum jemand gerechnet. Diese Entwicklung wollen wir als Gesellschafter weiter begleiten.“

Die Varta AG ist spezialisiert auf Mikrobatterien insbesondere für Hörgeräte. In diesem Bereich macht sie bisher den größten Teil ihres Umsatzes und ihrer Gewinne. „Wir sind in einer marktführenden Position mit einem sehr profitablen Geschäft mit Hörgerätebatterien“, sagt Herbert Schein, Vorstandsvorsitzender der Varta AG, im Gespräch mit der F.A.Z.. „In diesem kontinuierlich wachsenden Markt sind unsere Kapazitäten am Standort Ellwangen voll ausgelastet. Wir wollen den Börsengang dazu nutzen, um 30 Millionen Euro in diesen Bereich zu investieren und in Deutschland die hochautomatisierten Produktionskapazitäten zu erweitern.“

Aber auch einen weiteren Treiber für das Geschäft hat Varta ausgemacht. „Ein starkes Wachstum sehen wir auch im Bereich der wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Mikrobatterien“, sagt Schein. „Wir haben hier großes Knowhow in unserem Unternehmen.“ Varta konstruiert und baut die wichtigen Maschinen für die Produktion selbst. Gerade im Bereich schnurloser Kopfhörer erhofft sich Varta ein starkes Wachstum. „Die Headsets bekommen in den nächsten Jahren immer mehr Funktionen, und damit steigen die Anforderungen an die Batterien“, sagt Schein. „Wir sehen uns als Technologieführer mit der Expertise, dies in effiziente Massenproduktionen umzusetzen. In den Ausbau der Kapazitäten bei Lithium-Ionen-Mikrobatterien sollen durch den Börsengang 80 Millionen Euro investiert werden.“

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Im ersten Halbjahr 2017 machte Varta einen Umsatz von 120 Millionen Euro, was einem Anstieg um 13 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutete und damit im längerfristigen Wachstumstrend von Varta liegt. Der operative Gewinn erreichte 19 Millionen Euro.

Vor einem Jahr war der Börsengang von Varta an zu hohen Bewertungsansprüchen gescheitert. Dieses Jahr soll die Berenberg Bank versuchen, die hohen Ansprüche durchzusetzen, die sich an den margenstarken Hörgeräteherstellern orientieren.

Quelle: F.A.Z.
Daniel Mohr
Redakteur in der Wirtschaft.
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