FAZ plus ArtikelEZB-Kaufprogramm

Knapp, knapper, Bundesanleihen

Von Markus Frühauf
 - 06:51

Der deutsche Staat muss sich keine Sorgen machen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag den Ausstieg aus ihrem inzwischen mehr als 2,5 Billionen Euro umfassenden Anleihekaufprogramm beschließen sollte. Denn auch danach bleiben die Bundesanleihen ein rares Gut. Dafür sorgen die Zentralbanken und Staatsfonds in der ganzen Welt: Nach Schätzungen der Finanzagentur, die für den Bund die Schulden verwaltet, befanden sich Ende 2017 rund 70 Prozent der Bundeswertpapiere in den Händen ausländischer Anleger, zu einem überwiegenden Teil bei Zentralbanken und Staatsfonds. Inländische Investoren hätten rund 30 Prozent gehalten. Davon entfallen rund 25 Prozent auf die Bundesbank, die im Rahmen des EZB-Kaufprogramms die Bundesanleihen kauft. Somit dürften Zentralbanken und andere staatliche Investoren zusammen mehr als 80 Prozent aller im Umlauf befindlichen Bundeswertpapiere halten. Derzeit stehen Anleihen des deutschen Staats im Wert von 1,125 Billionen Euro aus.

Wie knapp Bundesanleihen sind, darauf hat EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré schon im Frühjahr verwiesen: Er schätzte, dass nur rund 10 Prozent der begebenen Bundesanleihen noch für Käufe frei verfügbar seien. Zentralbanken halten ihre Reserven im Euro zu einem großen Teil in Bundesanleihen und damit langfristig. Und die EZB wird auch nach Ende des Kaufprogramms weiter Bundesanleihen kaufen. Denn fällig werdende Titel sollen wieder neu investiert werden. „Allein das Reinvestitionsvolumen in Bundeswertpapieren liegt in den kommenden Jahren, sofern kein Abbau der betreffenden Bestände erfolgt, überschlägig bei rund 50 Milliarden Euro je Jahr“, so Tammo Diemer, Geschäftsführer der Finanzagentur.

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Quelle: F.A.Z.
Markus Frühauf
Redakteur in der Wirtschaft.
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