Dax in Lauerstellung

Anleger trauen sich nicht

 - 12:04

Der Dax hat am Donnerstag seinen Gipfelsturm unterbrochen. Der deutsche Leitindex kam nach sieben Tagen kontinuierlichen Anstiegs kaum mehr vom Fleck und notierte am Vormittag mit 12.945 Punkten 0,2 Prozent niedriger. Damit fehlt wieder ein größeres Stückchen bis zur 13.000-Punkte-Marke. Der breite F.A.Z.-Index verbuchte derweil ein Minus von 0,2% auf 2536,23 Punkte.

Der Dax sammele Kraft für den großen Sprung, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Broker AxiTrader. Trotz einiger Gewinnmitnahmen bleibe das hohe Kaufinteresse bestehen. „Der Dax dürfte die Marke daher zeitnah durchbrechen." Auch der EuroStoxx50 machte nur kleine Schritte, lag mit 3596 Zählern aber minimal im Plus. Am Mittwoch hatte der Dax mit 12.976 Zähler ein neues Verlaufshoch markiert.

Das hätten einige zum Anlass genommen, Kasse zu machen, erklärte Analyst Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners. Es habe einfach an Anschlusskäufen gefehlt. Für Zurückhaltung sorgte die Unsicherheit vor den amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag. Sie könnten hinsichtlich von Tempo und Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen wichtige Hinweise liefern.

Spanische Anleihenrendite zieht weiter an

Etwas verschnaufen konnte die Börse in Madrid, die seit dem „Ja" der Katalanen zur Unabhängigkeit ihrer Region von Spanien vier Prozent eingebüßt hat. Der Ibex lag am Vormittag 0,8 Prozent höher. Am Anleihemarkt zog die Rendite für zehnjährige spanische Papiere weiter bis auf 1,8 Prozent an. Damit verteuert sich die Refinanzierung für die Regierung in Madrid. Indes muss die Regierung in Rom mit über 2,2 Prozent den Anlegern aber mehr Zinsen zahlen. Zum Vergleich: Die in der Euro-Zone richtungsweisende deutsche Bundesanleihe ist mit weniger als einem halben Prozent verzinst.

Die katalanische Krise ließ den Euro weitgehend kalt: Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,1770 Dollar behauptet. Am Montag hatte das Referendum kurzfristig den Euro belastet. Momentan überwiege aber die Zinspolitik Amerikas. Zudem spekulierten Anleger darauf, dass Präsident Donald Trump eine Taube - das sind im Finanzjargon die Anhänger einer lockeren Geldpolitik - zum Nachfolger von Fed-Chefin Janet Yellen ernennen könnte.

Versorger erholen sich wieder

An der Dax-Spitze standen mit E.ON einer der größten Verlierer vom Mittwoch. Die Aktien zogen um 1,8 Prozent an, nachdem sie am Mittwoch angesichts der Aussicht auf eine Preisbremse in Großbritannien um 2,8 Prozent gefallen waren.

Im M-Dax fielen Osram um 3,4 Prozent auf 64,76 Euro. Siemens trennte sich vier Jahre nach der Abspaltung nahezu komplett von dem Leuchtenhersteller und verkaufte seine Aktien an Investoren. Spekulationen auf einen strategischen Investor, der für das gesamte Unternehmen bieten könnte, sind damit laut Morgan Stanley erst einmal vom Tisch. Siemens bekommt für die jetzt abgegebenen Papiere fast 1,2 Milliarden Euro. Die Anleger lockte das aber nicht sonderlich: Die Aktien fielen um rund ein Prozent.

Quelle: casc/Reuters
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