Dividenden-Rekord

Mehr als 50 Milliarden Euro für Deutschlands Aktionäre

 - 18:11

Deutschlands Aktiengesellschaften zahlen ihren Anteilseignern einer Studie zufolge in der Summe in diesem Jahr so viel Dividende wie nie zuvor. Die Ausschüttung von rund 600 untersuchten Unternehmen steigt im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 11,6 Prozent auf den Rekord von insgesamt 52,6 Milliarden Euro, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der privaten FOM Hochschule in Essen und der Research-Plattform „Dividenden-Adel“ hervorgeht.

Den Löwenanteil des Geldes überweisen wieder die 30 Börsenschwergewichte im Leitindex Dax mit zusammengerechnet rund 35,8 Milliarden Euro (plus 11,5 Prozent), auch wenn die anderen Auswahlindices mittlerweile durchaus nennenswerte Summen beisteuern.

24 Dax-Konzerne schütten demnach mehr aus als im Jahr zuvor aus – genauso viele Anhebungen gab es zuletzt im Vorkrisenjahr 2007. Am höchsten fällt das Plus bei Volkswagen aus (+92 Prozent), es folgen Covestro (+63 Prozent) und Lufthansa (+60 Prozent). Ebenso erfreulich: Außer bei der Deutschen Bank (-42 Prozent) gibt es keine Kürzung.

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Besonders erfreulich ist die Entwicklung des S-Dax. Mit einem Dividendenzuwachs von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr war das Plus hier am höchsten. Bereits im vergangenen Jahr lag der S-Dax mit einem Wachstum von 22,6 Prozent an der Spitze aller analysierten Segmente. Die 50 mittelgroßen Unternehmen im M-Dax schütten derweil mit insgesamt rund 9,5 Milliarden Euro gut 8 Prozent mehr aus als 2017.

DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler verwies auf das gute Umfeld angesichts des Konjunkturbooms und der Niedrigzinsen. „Hier kein Geld zu verdienen, ist nahezu unmöglich. Insofern ist es umso bedenklicher, wenn Unternehmen in diesem Umfeld nicht performen oder sich nicht in der Lage sehen, eine Dividende zu zahlen“, sagte der Aktionärsvertreter. „Trotz der Rekordsumme und einem Zuwachs von 11,6 Prozent könnte und müsste es eigentlich deutlich mehr sein. Das mag zunächst seltsam klingen, aber wir sind nach wie vor mit der Pay out-Ratio, also dem Anteil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird, nicht zufrieden.“

Tüngler sagte weiter: „Wir halten eine Quote von 50 Prozent als Risikoprämie für die Aktionäre für durchaus gerechtfertigt. Doch statt sich dieser Zahl anzunähern, müssen wir leider konstatieren, dass etliche Unternehmen die hohen Gewinne dazu nutzen, die Ausschüttungsquoten weiter zu reduzieren. Absolut wird dann zwar eine schöne Anhebung gezeigt, relativ fällt diese Anhebung aber zu niedrig aus.“

Ausgewertet wurden alle Unternehmen aus den vier Börsenindizes, dem General Standard sowie dem Freiverkehr - letzte nur, sofern ihr Börsenwert am Stichtag 10. April 10 Millionen Euro überstieg.

Quelle: casc/dpa
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