FAZ plus ArtikelInvestitionen in ETF

Wie Anleger vom Tech-Hype profitieren können

Von Antonia Mannweiler
 - 19:57

Künstliche Intelligenz, Virtual Reality, autonomes Fahren – die Liste der zukunftsträchtigen Themen, derer sich Technologieriesen wie Apple, Amazon oder die Google-Muttergesellschaft Alphabet angenommen haben, ist schier unendlich. Das macht sich auch auf den Finanzmärkten durch die Dominanz dieser Unternehmen bemerkbar: Haben vor einigen Jahren noch Industrieriesen wie Exxon die Finanzmärkte dominiert, führen die Werte von Facebook und Co. die größten amerikanischen Indizes an. Anleger, die an die Umsetzung ihrer Themen und damit auch an das weitere Wachstum dieser Unternehmen glauben, investieren in diese Titel.

Dies tun sie zum Beispiel über sogenannte ETF. Das sind börsengehandelte Indexfonds, welche die Entwicklung, etwa die des Nasdaq 100, abbilden. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der Technologieindex eine Wertsteigerung von 146 Prozent. Der Dow Jones gewann dagegen nur 68 Prozent. Aber nicht nur der Nasdaq 100, sondern auch der deutsche Technologieindex Tec-Dax profitierte in den vergangenen Jahren von der zunehmenden Wichtigkeit des Technologiesektors. Mit einem Wachstum von rund 200 Prozent in den vergangenen fünf Jahren schlug dieser sogar die Wertentwicklung des amerikanischen Tech-Index. Die gesamte Marktkapitalisierung des Tec-Dax beträgt rund 110 Milliarden Euro, der Index ist damit fast genauso viel wert wie das Unternehmen Amgen, das an zwölfter Stelle des Nasdaq 100 steht. Die in ihm notierten Unternehmen sind zusammen rund 8,6 Billionen Dollar wert. Ein absoluter Vergleich der beiden Indizes führt also in die Irre, auch wenn der Tec-Dax den Nasdaq im relativen Performance-Vergleich schlägt.

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Langfristig lohnt sich eine Währungsabsicherung für ETF nicht

Langfristig lohnt sich eine Währungsabsicherung für ETF nicht Ein Teil der Kosten, der für Investitionen in ETF anfällt, kann durch eine Währungsabsicherung entstehen. Vor allem Anleger, die in Indizes wie den MSCI World oder den amerikanischen Nasdaq 100 investieren, sind einem Wechselkursrisiko ausgesetzt, da die ihnen zugrundeliegenden Titel in Dollar oder anderen Fremdwährungen gehandelt werden. Bevor Anleger sich jedoch allzu schnell gegen diese Risiken durch sogenanntes Hedging absichern, sollten sie den Vergleich zwischen gesicherten und ungesicherten ETF der vergangenen Jahre ziehen. Denn der langfristige Vergleich von währungsgesicherten und ungesicherten ETF zeigt, dass sich die ungesicherten ETF deutlich besser entwickelten. Der merkliche Performance-Unterschied zwischen gesicherter und ungesicherter Variante fällt über einen kurzen Anlagehorizont nicht so sehr ins Gewicht wie über einen längeren Zeitraum.

Die Wertentwicklung eines gesicherten ETF kann schnell durch die Kostenquote TER (Total Expense Ratio) gedrückt werden, welche für die währungsgesicherte Alternative aufgrund der höheren Transaktionskosten größer ist als für die ungesicherte Variante. Ein Vergleich zeigt: Die Kostenquote des ungesicherten ETF iShares auf den S&P-500 beträgt 0,07 Prozent pro Jahr, während die TER für die gesicherte Variante 0,2 Prozent beträgt. Für den MSCI World zeichnet sich ein ähnliches Bild: Die gesicherte Variante hat eine TER von 0,55 Prozent je Jahr, während die ungesicherte Variante nur eine TER von 0,2 Prozent hat. Die Absicherung wirkt sich dann auch negativ auf die langfristige Entwicklung des ETF aus.

Während der ungesicherte ETF auf den S&P-500 über einen Fünf-Jahres-Zeitraum eine Rendite von rund 106 Prozent erzielte, betrug diese für einen währungsgesicherten ETF über den gleichen Zeitraum nur rund 71 Prozent, das macht immerhin einen Unterschied von 35 Prozentpunkte aus. Hätte man einen Betrag von 10.000 Euro über fünf Jahre angelegt, so wären Anleger eines gesicherten Fonds Gewinne von 3500 Euro entgangen. Und auch für ETF auf den MSCI World wirkte sich eine Währungsabsicherung über die vergangenen fünf Jahre ungünstig aus – mit einem Renditeunterschied von rund 20 Prozent.

Quelle: F.A.Z.
Antonia Mannweiler
Redakteurin in der Wirtschaft.
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