Chancen 2018

Lohnen sich Öl-Aktien wieder?

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Der Absturz der Ölpreise hat Ölmultis wie Exxon-Mobil oder Chevron in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Die texanischen Branchenriesen legten zwischenzeitlich die schwächsten Bilanzen seit der Jahrtausendwende vor und strichen ihre Ausgaben massiv zusammen, um dem Abschwung etwas entgegenzusetzen. Inzwischen haben sich die Ölpreise aber ganz gut erholt. 2018 dürfen sich die Konzerne Hoffnung auf ein Comeback machen.

„Der WTI-Preis wird auf über 80 Dollar steigen“, prognostiziert Byron Wien, Vizechef der Vermögensverwaltung bei der New Yorker Investmentfirma Blackstone. WTI steht für West Texas Intermediate, die Referenzsorte für das amerikanische Rohöl, an dem die Geschäfte von Unternehmen wie Exxon und Chevron hängen. Wiens Vorhersage für 2018 ist zwar recht optimistisch, aber auch nicht so weit hergeholt. Zuletzt kostete das Barrel (159 Liter) WTI schon wieder deutlich mehr als 60 Dollar und damit so viel wie seit rund drei Jahren nicht mehr.

Am Mittwochmorgen stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar auf 63,46 Dollar. Zeitweise erreichte der amerikanische Ölpreis bei 63,53 Dollar den höchsten Stand seit Ende 2014.

Sinkende Lagerbestände treiben Preis

Der Preis wird wegen des anhaltenden Wachstums der Weltwirtschaft und unerwartet hoher Nachfrage aus Entwicklungsländern weiter steigen“, sagt Wien. Als weitere Gründe für einen stabilen Aufwärtstrend führt der 84-jährige Finanzmarkt-Veteran sinkende Lagerbestände an. Die Ölreserven in den Vereinigten Staaten sind zuletzt mehrfach, bisweilen deutlich gefallen. Zuletzt sorgten Daten des Interessenverbands American Petroleum Institute (API) für einen steigenden Ölpreis. Am Vorabend wurde bekannt, dass die Reserven Amerikas in der Vorwoche um 11,2 Millionen Barrel gefallen seien.

Zudem rechnet Weis damit, dass die Opec-Länder und Russland sich an die vereinbarten Förderkürzungen halten werden. Der Experte geht davon aus, dass das Ölpreiskartell mit Saudi-Arabien an der Spitze nach dem für beide Seiten schmerzhaften Wettpumpen mit der Fracking-Industrie Amerikas auf Disziplin setzt. Der Kampf um Marktanteile zwischen der OPEC und den Schieferölproduzenten aus den Vereinigten Staaten gilt als Hauptgrund für ein Überangebot an Öl und den Preisverfall der Jahre 2014 und 2015.

Investment-Urgestein Wien ist nicht der einzige Finanzprofi, der einen anhaltenden Aufschwung am Ölmarkt erwartet. Obwohl die Preise in den vergangenen sechs Monaten schon um rund ein Drittel geklettert sind, setzen Hedgefonds und andere Großanleger auf einen weiteren Anstieg. Ole Hansen, dem Rohstoff-Chefstrategen der Saxo Bank, haben entsprechende Finanzwetten in den vergangenen Wochen ein Rekordniveau erreicht.

Sonderfaktoren spielen große Rolle

Zuletzt spielten allerdings auch Sonderfaktoren eine große Rolle. So sorgte etwa die Protestwelle im ölreichen Opec-Staat Iran für Sorgen um Förderausfälle und damit für Preisauftrieb. Für Hansen dürften geopolitische Risiken auch im Gesamtjahr 2018 ein Schlüsselfaktor bleiben. Nachdem sich die Opec und Russland auf geringere Fördermengen geeinigt hätten, sei entscheidend, wie die amerikanische Fracking-Branche auf höhere Preise reagiere und wie sich die Weltkonjunktur insgesamt entwickele.

Für die großen Ölmultis wie Exxon und Chevron sind diese Fragen ebenfalls extrem wichtig. Ihren jüngsten Geschäftsberichten zufolge produzierten sie zuletzt 3,9 Millionen beziehungsweise 2,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Nach den starken Kostensenkungen der Vergangenheit legten die Konzerne nun im dritten Quartal eindrucksvolle Zahlen vor und dürften das Jahr 2017 - nicht zuletzt wegen der Kostensenkungen - mit den besten Ergebnissen seit Langem abgeschlossen haben.

Für das vierte Quartal sagen die Analysten von Zacks Investment Research für die Ölbranche einen Gewinnsprung von 175 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraus. Exxon und Chevron wollen ihre Zahlen am 2. Februar vorlegen.

An der Börse sind die Aktien der Ölgiganten wieder gefragt. Mit Kursgewinnen von vier und sechs Prozent zählten ihre Aktien im Dezember zu den besten Aktien im Dow-Jones-Index. Anleger rechnen offenbar damit, dass die Gewinnmaschine „Big Oil“ wieder richtig auf Touren kommt.

Quelle: casc/dpa
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