Finanzmarkt

G7-Eklat lässt Anleger kalt

 - 10:18

Nachdem der Euro am vergangenen Freitag noch deutlich abgerutscht war, zeigt er sich am Montag wieder von seiner festeren Seite und wertet deutlich auf aktuell 1,181 Dollar auf.

Mehrere Gründe werden dafür genannt: Zum einen ist da die sich abzeichnende Straffung der europäischen Geldpolitik, über die die EZB am Donnerstag wohl debattieren wird. Zum anderen hat Italiens Finanzminister Giovanni Tria ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro kategorisch ausgeschlossen. Das wird als beruhigend gewertet.

Auch die Renditen italienischer Anleihen fallen deutlich. Die Rendite der zweijährigen italienischen Anleihe fällt um einen hlaben Prozentpunkt auf 1,1 Prozent.

Stefan Isaacs, stellvertretender Leiter des Anleiheteams der britischen Fondsgesellschaft M&G hält Bedenken gegen die Nullzinspolitik zwar für nicht unbegründet. Trotzdem bestehe die Gefahr, dass diese zu früh umgekehrt werde. „In den Staaten der Eurozone fehlt finanzieller Spielraum, und das Wirtschaftswachstum kann Unterstützung immer noch vertragen. Die EZB ist daher gut beraten, weiter eine vorsichtige Haltung einzunehmen.“

EUR/USD

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Der von Amerikas Präsident Donald Trump verursachten Eklat nach dem G7-Gipfel hingegen lässt die Anleger offenbar kalt. Der den deutschen Aktienmarkt mit 100 Werten breit abbildende F.A.Z.-Index gewinnt 0,6 Prozent auf 2500 Punkte hinzu. Der Standardwerteindex Dax legt 0,50 Prozent auf 12.835 Punkte zu.

„Seitens des Handels und auch wirtschaftspolitisch gab es für die westlichen Industriestaaten keine echten Neuigkeiten. Die Unwägbarkeiten sind zwar geblieben, waren aber auch bereits im Vorhinein eingepreist an den Börsen", sagt Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank den freundlichen Dax-Start. Die beruhigenden Signale aus Italien wirken auch auf die Kurse der Bank-Aktien. Commerzbank gewinnen 2,4 Prozent und Deutsche Bank 2 Prozent.

F.A.Z.-Index

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Deutschen Post verlieren dagegen 2,2 Prozent. Die Investmentbank HSBC zweifelt nach der jüngsten Senkung der Gewinnprognosen an den mittelfristigen Plänen. Die Kaufempfehlung wurde gestrichen und das Kursziel um 25 Prozent auf 30,50 Euro gesenkt. Der Kurs von Daimler fällt um 1,3 Prozent.

Hier geht es um die Vorwürfe der Manipulation von Abgaswerten. Heute sollen konkrete Zahlen auf den Tisch kommen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verlangt von Vorstandschef Dieter Zetsche Klarheit. Zudem berichtete die "Bild am Sonntag", das KBA habe fünf unzulässige Abschaltfunktionen bei Modellen von Daimler entdeckt. Fast eine Million Fahrzeuge soll betroffen seien.

Quelle: dpa-AFX/mho.
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