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Das Ende der Kapitalfluchtburg Österreich

Von Michaela Seiser, Wien
 - 20:55

Österreich ist für Deutsche ein begehrtes Ziel. Immer mehr Bundesbürger lassen sich südlich der Grenze nieder und arbeiten im Nachbarland. Darüber hinaus investieren Unternehmen seit Jahrzehnten zwischen Bregenz und Eisenstadt. In den zurückliegenden Jahren wurde auch gern Geld „geparkt“. Nach Aufzeichnungen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) liegen derzeit gut 15 Milliarden Euro deutscher Herkunft auf österreichischen Einlagenkonten. Das entspricht mehr als der Hälfte aller ausländischen Einlagen. Hinzu kommt eine beträchtliche Summe in Wertpapierdepots, wie Aufzeichnungen der Weltbank belegen. Allerdings stammt nicht einmal ein Fünftel des von österreichischen Geldhäusern verwalteten Gelds aus dem Ausland.

Die Summe der Mittel von Deutschen hat sich in den vergangenen sechs Jahren jedoch um gut 10 Milliarden Euro verringert. Damals gab es einen Höchststand von 25,6 Milliarden Euro; von Alpentresor und Kapitalfluchtburg war die Rede. Auch im Zehnjahresvergleich beträgt das Minus ein Viertel. Nach Analyse der Nationalbank fußt der Einlagenrückgang vor allem auf Versicherungen und sonstigen Finanzintermediären sowie auf nichtfinanziellen Unternehmen. Der Einlagenbestand von deutschen Haushalten bei österreichischen Banken veränderte sich seit 2014 hingegen kaum.

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Quelle: F.A.Z.
Michaela Seiser
Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.
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