Nach Zinserhöhung

Anleger decken sich mit türkischer Lira ein

 - 09:31

Die Entscheidung der türkischen Notenbank, den Leitzins deutliuch zu erhöhen, hat an den Märkten zu positiven Reaktionen geführt. Die Währung der Türkei legte am Freitag zu, im Gegenzug verbilligte sich der Dollar um ein Prozent auf 6,0015 Lira. Analysten warnten aber weiter vor einer neuen Schwäche der Lira, die in diesem Jahr bereits rund 40 Prozent an Wert verloren hat.

„Die Zinserhöhung war der richtige Schritt, aber wichtig ist jetzt, wie der türkische Präsident sich zur Straffung der Geldpolitik positioniert“, sagte Ökonom Kota Hirayama vom Brokerhaus SMBC Nikko Securities. Es sei naiv zu glauben, Staatschef Recep Tayyip Erdogan respektiere die Unabhängigkeit der Zentralbank. Sollte sich die Regierung in die Entscheidungen der Währungshüter einmischen, sei die jetzige Zinserhöhung vergebene Liebesmüh.

Die türkische Notenbank hob den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld am Donnerstag gegen den erklärten Willen des einflussreichen Präsidenten von 17,75 auf 24 Prozent an. Commerzbank-Devisenanalyst Tatha Ghose sieht keine Tendenz zu einer nachhaltigen Lira-Aufwertung. Es sei damit zu rechnen, dass die Inflation bald den aktuellen Zinssatz übertreffen werde.

Auch BayernLB-Experte Andreas Speer zeigte sich zurückhaltend: „So positiv dieser Schritt der türkischen Notenbank im Hinblick auf die Wahrung ihrer Unabhängigkeit und den Versuch der Wiederherstellung des Vertrauens ausländischer Investoren bewertet werden kann, bleibt abzuwarten, welchen wirtschaftlichen Schaden diese Leitzinserhöhung in der Türkei verursacht.“ Das Tal der Tränen sei für die türkische Währung noch nicht durchschritten.

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Türkische WährungskriseWer profitiert, wer verliert?

Quelle: Reuters
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