Nebenwerte im Portrait (2)

Sporttotal - Amateur-Fußball zu jeder Zeit

Von Ilka Koplin
 - 16:04

Die Sporttotal AG gibt es eigentlich erst seit wenigen Tagen. Zumindest unter diesem Namen. Denn erst vor kurzem ist das Unternehmen umfirmiert worden. Zuvor war der Medienkonzern unter dem Namen Wige Media AG bekannt. Im Jahr 1979 in Köln gegründet, hatte dieses sich insbesondere auf die Übertragung von Großveranstaltungen spezialisiert.

Aber auch jenseits des Namens hat sich in den vergangenen Monaten viel verändert. „Wir haben uns von allen Geschäftseinheiten getrennt, die nicht mehr ins Unternehmen gepasst haben“, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Lauterbach, der früher unter anderem als Moderator für die Formel 1 tätig war.

Die Transformation vom technischen Dienstleister zum Medienkonzern sei nun vollzogen. Man konzentriere sich jetzt auf drei Geschäftsbereiche. Nach wie vor wird Sporttotal Sportveranstaltungen, beispielsweise am Nürburgring, technisch mit Kameras und sonstigem Equipment ausstatten.

Im Geschäftsbereich „Live“, der Kunden wie den Autohersteller Porsche bedient, kümmert man sich um große Sponsoring- und Marketingveranstaltungen und realisiert von der Planung, über die Produktion bis zum Social-Media-Auftritt alle Schritte.

Die Sparte „Digital“ verspricht nach Meinung von Lauterbach das größte Potential. Darüber will Sporttotal unter anderem den deutschen Amateurfußball erobern. „Hierzulande gibt es 25.000 Fußballvereine und rund 7 Millionen Amateurfußballer“, sagt er. Doch deren Spiele seien eigentlich bislang nur vor Ort erlebbar. Sporttotal will das ändern. Bis zum Jahr 2019 will der Konzern rund 3000 Stadien und Fußballplätze mit einem vollautonomen Kamerasystem ausrüsten, so dass die Spiele der Regional-, Ober- und Landesligen über das Internet oder eine App gestreamt werden können. Kameramänner vor Ort sind dafür nicht notwendig, das System, das von einem israelischen Start-up entwickelt worden ist, orientiert sich am Herdenverhalten auf dem Platz.

Sporttotal hat dafür schon viele Partner gewonnen, darunter die Allianz, die Deutsche Post, Telekom sowie die „Bild“, auf deren Internetseite der Dienst ebenfalls angeboten wird. Die Pilotphase ist nach Aussage von Lauterbach sehr erfolgreich verlaufen. Nach der Umstrukturierung und einem Verlust im vergangenen Jahr soll es in diesem Jahr nun wieder bergauf gehen. Von einem Umsatz von 60 Millionen Euro sollen vor Zinsen und Steuern (Ebit) noch 1,5 Millionen Euro übrig bleiben. Spätestens im Jahr 2020 jedoch sollen sich die neuen Projekte rentiert haben. Dann soll der Umsatz auf mehr als 100 Millionen Euro wachsen – bei einer operativen Rendite (Ebit) von 10 Prozent.

Quelle: F.A.Z.
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