Kurssturz

Volatilitätsprodukte rufen Börsenaufsicht auf den Plan

 - 13:16

Der Kurssturz bei einem Volatilitätsprodukt der Credit Suisse zieht die Aufmerksamkeit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC auf sich. Die Behörde habe vergangenen Dienstag diesbezüglich bei der Schweizer Großbank angerufen und nachgefragt, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag.

Dabei wollte die SEC wissen, wie das Spezialprodukt berechnet werde und ob auch Privatkunden von den Turbulenzen betroffen waren, wie das Blatt unter Berufung auf einen Insider berichtete. Die Credit Suisse wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Auch die Schweizer Finanzmarktaufseher (Finma) sind in der Sache bereits in Kontakt mit der Bank.

Der Ausverkauf an den amerikanischen Aktienmärkten Anfang vergangener Woche hat bei einigen komplexen Finanzprodukten zu teils massiven Verlusten geführt. Dies hatte wiederum Rückwirkungen auf den Aktienmarkt. Betroffen waren börsengehandelte Wertpapiere, mit denen Investoren auf rückläufige Kursschwankungen gewettet hatten („Short-Vola“). Zu den Emittenten zählt unter anderen die Schweizer Großbank Credit Suisse, die die Wertpapiere nach dem massiven Wertverlust am 21. Februar tilgen will.

Dagegen haben Anleger, die auf einen plötzlichen starken Anstieg der Volatilität gesetzte hatten, davon in großem Umfang profitiert. Ein unbekannter Händler, der aus dem Geld liegende Optionen auf den Volatilitäts-Index VIX zum Kostenpunkt von etwa 50 Cent pro Stück erworben hatte, soll damit seit Anfang 2017 fast 200 Millionen Dollar verdient haben.

Allerdings wird vermutet, dass dieser Händler damit ein großes Portfolio von risikoreichen Vermögenswerten abgesichert hat. Dafür spreche der konstante Preis. Ein anderer Händler, der „VIX Elephant“ genannt wird, der massiv steigende gegen sinkende Volatilität gekauft hatte soll netto 40 Millionen Dollar verdient haben.

Die Zahl der Kontrakte auf den VIX ist unterdessen weiter gesunken. Am vergangenen Mittwoch wies die Börse Chicago 614.435 Produkte aus. Das waren rund 40.000 weniger als noch Mitte Januar. Indes sind es immer noch mehr als zehnmal so viel wie noch vor zehn Jahren.

Quelle: mho.
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