Fall Magellan Maritime

Was man über Direkt-Investments lernen muss

Von Martin Hock
 - 13:28

Ein Jahr ist es her, seit Magellan Maritime, Anbieter von Direkt-Investments in Container, Insolvenz anmeldete. Jetzt scheint sich herauszukristallisieren, dass die Käufer der Container im Durchschnitt wohl auf die Hälfte ihres Investments verzichten müssen.

Während diesen ein mehr oder weniger großer Schaden entsteht, bringt der Fall für andere Anleger Lektionen über das Investment in vermeintlich sichere Sachanlagen mit sich.

Was bedeutet „Eigentum“?

Erstens ist eine Besicherung nur dann eine Besicherung, wenn sie werthaltig ist. Der Wert von Dingen verändert sich aber, ob das nun Rinder, Container oder LED-Beleuchtung ist.

Zweitens ist - wissenschaftlich ausgedrückt - eine dingliche Sicherheit, die nicht fungibel ist, von eingeschränktem Wert. Will heißen: Wenn man mit dem gekauften Gegenstand nichts anfangen kann, was macht man dann damit?

Bäume in Bulgarien oder Panama, Rinder in Bolivien oder Paraguay oder Container in Südostasien - Eigentum daran ist nur etwas wert, wenn man es auch verwalten kann. Anderenfalls bleibt einem nur der Liquidationserlös, und der ist in der Regel deutlich geringer als das Investment.

Der Dienstleister und das Risiko

Drittens zeigt sich, dass bei unternehmerischen Direkt-Investments dem Dienstleister eine Schlüsselrolle zukommt. Neben der allgemeinen Frage, ob dieser seriös ist, muss wohl gelten: Je mehr Festbeträge zugesagt werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass dieser in Not geraten kann. Denn der Erfolg unternehmerischer Investments ist immer von Variablen wie Preisen oder Wechselkursen abhängig.

Je mehr Risiken der Dienstleister übernimmt, desto risikoreicher ist das Geschäft für ihn. Die Risikoübernahme erfolgt auch sozusagen nur unter Vorbehalt. Denn im Ernstfall landen alle diese Risiken wie im Fall Magellan wieder beim Anleger.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Hock, Martin (mho.)
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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