Kommentar

Das Problem des Deutsche-Bank-Chefs

Von Gerald Braunberger
 - 10:29

John Cryan befindet sich in einer schwierigen Phase seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. In seinen ersten beiden Jahren ist es ihm gelungen, durch ein Sparprogramm und eine Kapitalerhöhung Zweifel in die Solidität der Bank zu zerstreuen. Das war keine geringe Leistung.

Nunmehr muss Cryan beweisen, dass die Deutsche Bank unter seiner Führung eine für die Aktionäre und die Mitarbeiter attraktive geschäftliche Perspektive besitzt. Diese kann nicht alleine durch Kostensenkungen erzeugt werden, sie bedarf auch der Erschließung von Ertragspotentialen.

Und hier tut sich die Bank, wie die Herabstufung durch die Ratingagentur Fitch belegt, schwer. Denn die Deutsche Bank ist in vielen Geschäftsfeldern vertreten, aber in keinem ist sie so stark, dass sie die Konkurrenz nicht fürchten müsste. Im Privatkundengeschäft behält sie die Postbank, aber dafür will sie sich von ihrem Filialnetz in Spanien trennen.

Ein Teil der Vermögensverwaltung wird über die Börse verkauft. So bleibt das Investmentbanking als Ertragshoffnung, aber hier ist die Konkurrenz am härtesten. Die Bank steht weder gut noch schlecht da. Das wird nicht reichen.

Quelle: F.A.Z.
Gerald Braunberger - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Gerald Braunberger
Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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