Kommentar

Die Bezahl-Riesen kommen

Von Tim Kanning

So schnell kann es gehen: Alibaba ist eigentlich ein Online-Warenhaus wie Amazon, hat sich aber flott eine Finanzsparte mit 400 Millionen Kunden aufgebaut. Wechat ist eigentlich ein Kurznachrichtendienst wie Whatsapp, hat aber einen Bezahldienst entwickelt, den nun 600 Millionen Kunden nutzen. Beide haben ihre mobilen Bezahldienste innerhalb kurzer Zeit im deutschen Einzelhandel ausgerollt.

Das Szenario, das in deutschen Banken seit Jahren in dunklen Farben an die Wand gemalt wird, ist also ein Stück weit Realität geworden: Was passiert, wenn die Googles, Amazons und Apples dieser Welt plötzlich auch Finanzdienste in Deutschland anbieten? Wechat und Alipay sind dagegen ein kleines Übel, weil sie hierzulande keine Kunden haben und der gemeine Deutsche seine Kleidung eher nicht über ein chinesisches Zahlsystem bezahlen dürfte.

Ganz anders könnte das aber aussehen, wenn Amazon das in seiner App ermöglichen würde. Den Banken brächen in dem margenschwachen Geschäft zwar keine großen Gewinne weg. Doch sollten die Kunden erst einmal mit Amazon bezahlen, könnten sie, wie schon in Amerika, auch bald dort Kredite aufnehmen.

Quelle: F.A.Z.
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