Kommentar

Kirche und Kapital - ein schwieriges Verhältnis

Von Klaus Max Smolka
 - 15:47

Auch Kirchen haben Pensionskassen, die ihre Mitarbeiter im Ruhestand versorgen. Ob es der evangelische Pastor mit seiner Pension ist oder die katholische Angestellte der Caritas mit ihrer Zusatzrente: Die monatliche Überweisung kommt aus Fonds, welche die zuvor eingesammelten Beiträge mit einem Mix aus Anlagen mehren.

Vielen Angestellten und Kirchenmitgliedern wäre es am liebsten, flösse das Geld nur auf Sparkonten und in europäische Staatsanleihen. Doch sind die Zinsen auf praktisch null gesunken; EZB-Chef Mario Draghi bringt auch die kirchliche Altersversorgung mit ihren Renditevorgaben in Bedrängnis. Immobilien? Sind in den Augen vieler Katholiken und Protestanten noch okay. Aktien, Rohstoffe? Schon schwieriger. Private Equity? Geht für einen Kapitalismuskritiker gar nicht – zumal katholische Bistümer das so sagen und die evangelische Kirche zu äußerster Vorsicht mit Finanzinvestoren rät.

Die größten Versorgungskassen beider Konfessionen investieren aber Hunderte Millionen Euro ins Beteiligungsgeschäft: um die Rendite zu steigern und das Risiko zu streuen. Sie betonen, auf ethische Kriterien zu achten. Dennoch: Kirche und Geldanlage – das bleibt ein schwieriges Thema.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Smolka, Klaus Max
Klaus Max Smolka
Redakteur in der Wirtschaft.
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