Kommentar

Bürokratie macht Riester teuer

Von Philipp Krohn
 - 08:53

Wenn man sich über zu hohe Kosten in der Altersvorsorge beklagt, ist ein populärer Reflex, den Finger auf die Produktanbieter und ihre Vertriebe zu richten. Es stimmt ja auch, die großen Finanzvertriebe zählen auch deshalb zu den wenigen übrig gebliebenen Befürwortern der Riester-Reformen, weil sie selbst davon kräftig profitiert haben. Noch immer wird in Deutschland mit hohen Abschlusskosten in der Lebensversicherung ein großes Vertriebsnetz finanziert, das die Bürger auch mit vielen anderen Produkten versorgt.

Doch das ist nur ein Teil des Problems. Das andere müsste politisch angegangen werden: Die Verwaltung der Riester-Produkte ließe sich einfacher gestalten. Um das Gefühl von Gerechtigkeit zu befriedigen und die staatliche Förderung optimal ins Steuer- und Sozialrecht einzupassen, nimmt der Gesetzgeber in Kauf, dass das System zu kompliziert ist.

Das trifft besonders Anbieter, die wenige Verträge verkauft haben. Will man vermeiden, dass ein Oligopol auf dem Markt für geförderte Altersvorsorgeprodukte entsteht, und will man den Kunden etwas in Form von niedrigeren Kosten zurückgeben, lautet das Gebot: vereinfachen!

Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft.
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