FAZ plus ArtikelVom Sparen und Verschulden

Italien lässt Bauzinsen in Deutschland fallen

Von Christian Siedenbiedel
 - 15:27

Die Bauzinsen in Deutschland sind zuletzt wieder gefallen. Darauf weist Max Herbst von der FMH-Finanzberatung hin. Die Sorgen in Italien haben dazu geführt, dass deutsche Bundesanleihen sehr gefragt sind, ihr Kurs ist gestiegen und im Gegenzug fiel die Rendite. Die Hypothekenzinsen in Deutschland aber hängen eng an der Bundesanleihen-Rendite und sind deshalb auch wieder niedriger. Viele Banken vermeldeten Zinssenkungen, zuletzt beispielsweise die ING-Diba, zahlreiche Sparkassen, PSD- und Sparda-Banken, nachdem es vorher seit 2016 einen vorsichtigen Aufwärtstrend gegeben hatte. „Die Anleger suchen Sicherheit und vermuten diese in Deutschland – das drückt auch die Baugeldzinsen nach unten“, sagt Herbst. Für ein Baudarlehen mit fünf Jahren Zinsbindung zahlt man in Deutschland jetzt im Durchschnitt 1,09 Prozent, für zehn Jahre Zinsbindung 1,39 Prozent und für fünfzehn Jahre 1,81 Prozent.

Der Abstand zwischen dem, was Verbraucher für einen Kredit zahlen müssen, und dem, was sie für Spareinlagen bekommen, ist dabei historisch niedrig. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank liegt dieser „Spread“, also der Zinsabstand zwischen Einlagen- und Kreditzinsen bei 256 Basispunkten – das sind 2,56 Prozentpunkte. In der Statistik der Bundesbank seit dem Jahr 2003, die monatlich erhoben wird, ist dies der niedrigste Wert, der dort bislang überhaupt jemals auftauchte.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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