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Kleinwagen gefragt

Gebrauchtwagenpreise so hoch wie noch nie

 - 18:05
Für einen Gebrauchtwagen muss man in Deutschland im Schnitt fast 20.000 Euro ausgeben. Bild: dpa, FAZ.NET

Wer in Deutschland einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, muss mittlerweile tief in die Tasche greifen. Im September erreichte der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen einen neuen Höchststand. Der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) kletterte demnach um 0,8 Prozent auf nun 19.307 Euro (August: 19.153 Euro).

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Damit bewegt sich der Index zum Jahresende hin unaufhaltsam auf die 20.000 Euro-Marke zu. Die nicht nachlassende Kauflust bestimmte das in Teilen knapper werdende Angebot. Wie im Vormonat standen Kleinwagen sowie SUV und Geländewagen vermehrt auf der Liste potentieller Käufer.

„Auch wenn die Preise insgesamt weniger stark gestiegen sind als noch im Vormonat. Das alljährliche Hoch zum Jahreswechsel scheint weiterhin intakt“, sagt Dr. Sebastian Lorenz von AutoScout24. „Das Angebot nahm im September vor allem in den exklusiveren Segmenten zu. Verbraucher weichen dem Preisanstieg aus. Sie suchen aktuell in sämtlichen Segmenten verstärkt nach günstigen Fahrzeugen – vor allem von Hersteller aus anderen europäischen Ländern und Übersee.

Kleinwagen und Kompaktklasse sind gefragt

Steigende Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es zwar nicht durchgängig in allen Segmenten, doch die größten Preistreiber sorgen dafür, dass der Gesamtschnitt hochgeht: Die Sportwagen. Sie lagen erstmals über der 50.000-Euro-Marke (Durchschnittspreis: 50.099 Euro) mit einem Plus von 1,6 Prozent. Sparen konnte hier nur, wer einen klassischen Jaguar XK (-13,4 Prozent), den dreitürigen Hyundai Veloster Coupé (-4,3 Prozent) oder den seit April 2016 als Mercedes-Benz SLC verkauften Roadster SLK mit Klappdach (-4,1 Prozent) ins Visier nahm. Direkt dahinter reihten sich mit plus 1,1 Prozent Fahrzeuge aus der Oberklasse (43.960 Euro) ein. Jeweils 0,7 Prozent legten Angebote aus den Bereichen Kompaktklasse (15.651 Euro) und Kleinwagen (10.331 Euro) zu.

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Kleinwagen und Kompaktklasse schienen überhaupt wieder gefragter zu sein. Egal ob sich Autofahrer nun seltener davon trennen wollten oder aber verstärkt danach suchten. Die Bestände an Kleinwagen (-3,6 Prozent) und Kompaktwagen (-2,5 Prozent) sanken im September am stärksten. Auffällig dabei war, dass das Angebot besonders bei Exoten oder nicht mehr produzierten Modellen wie zum Beispiel dem SUV-Coupé Mini Paceman (-24,9 Prozent) um rund ein Viertel fiel. Gute Zeiten also für Verkäufer solcher Mischformen, neudeutsch Crossover genannt. Aber auch Sportwagen (-1,6 Prozent), Mittelklasse (-0,4 Prozent) und Vans (-0,3 Prozent) wurden geringfügig weniger angeboten.

Ganz anders entwickelte sich das Angebot dagegen bei Oberklasse (+1,0 Prozent), Obere Mittelklasse (+1,5 Prozent) und im Bereich Geländewagen/SUV (+1,6 Prozent). Bei den beliebten Kompakt-SUV prägten allerdings verstärkt angebotene Händler-Vorführwagen neuer Modelle wie der Hybrid-Crossover Kia Niro (+63,5 Prozent) oder Seat Ateca (+18,5 Prozent) den Trend.

Die Seitenaufrufe bei AutoScout24 im September bestätigten, was sich bereits beim Bestandsabbau andeutete: Kleinwagen wanderten wieder vermehrt in den Focus der Interessenten. Mit plus 3,4 Prozent bei den Seitenaufrufen erhielten sie den größten Zuwachs.Darüber hinaus hielten Interessenten verstärkt nach Autos der Kompaktklasse (+2,1 Prozent), nach Vans (+1,9 Prozent), Obere Mittelklasse (+1,8 Prozent) und Mittelklasse (+1,2 Prozent) Ausschau. Weniger Beachtung fanden die im Vergleich teuersten Segmente wie Oberklasse (-3,9 Prozent) oder Sportwagen (-8,7 Prozent). Zumindest bei den Sportwagen ist das nachvollziehbar, da zu dieser Kategorie auch viele offene Exemplare zählen, deren Haupteinsatzgebiet der Sommer ist.

Quelle: FAZ.NET
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