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Fehlende Deponien

Der Erdaushub macht das Bauen teuer

 - 12:16

Bauunternehmer haben immer größere Probleme, Erdaushub zu entsorgen. Der Mangel an Verfüll- und Deponieraum sowie strengere Auflagen machten Bauprojekte teurer, teilte der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Das Thema Erdaushub ist in allen Bundesländern ein Problem – Tendenz stark zunehmend“, sagt Hartmut Schwieger, Abteilungsleiter Bautechnik.

Grundsätzlich sei es Ziel, aus dem Boden entnommenes Material wiederzuverwerten. Der Großteil des Bodens, der als „nicht gefährlicher mineralischer Abfall“ gilt, wird daher in Abbaustätten verfüllt. Doch strengere Auflagen erhöhten den Aufwand. Beispielsweise sei für eine Ladung Naturschotter, die nicht gebraucht wird und zu einem Abbaubetrieb zurückgebracht wird, eine Analyse des Materials notwendig – auch wenn der Schotter genau aus diesem Betrieb stammt.

Soll das Material stattdessen auf einer Deponie entsorgt werden, könne unter Umständen eine ganz andere Analyse nötig sein, sagt Schwieger: „Das sind unterschiedliche Rechtsbereiche.“ Dabei seien Deponien eigentlich für gefährliches Material gedacht. Die Entsorgung von Erdaushub dort ist deshalb vergleichsweise teuer. Und der Deponieplatz in Hessen wird ohnehin knapp.

Weniger Deponien

„Die Zahl der Deponien hat in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen“, sagt Julia Stoye, Sprecherin des Umweltministeriums in Wiesbaden. Es gebe aber konkrete Planungen für neue Deponien und verschiedene Überlegungen von möglichen Betreibern mit dem Ziel, neue Deponiekapazität zu schaffen. Die Gesamtzahl der bestehenden Deponien in Hessen ist unklar, eine Erhebung soll demnächst gemacht werden.

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Das Statistische Landesamt schätzte, dass die Deponieflächen für gering belastete Abfälle in Hessen noch neun Jahre reichen - diese Kalkulation ist aber schon vier Jahre alt. Deshalb bestehe in diesem Bereich schon jetzt Handlungsbedarf, gesteht Stoye.

Wie hoch der Entsorgungsaufwand an den Gesamtkosten für Bauprojekte im Durchschnitt ist, lässt sich laut dem Verband baugewerblicher Unternehmer nicht beziffern. Die Kosten seien erheblich, variierten aber regional nach Entsorgungsmöglichkeiten und Transportwegen stark. Bereits vor vier Jahren hatte das Deutsche Baugewerbe mitgeteilt, der Anteil habe sich von 10 Prozent der Bauleistung in 2009 auf 20 Prozent in 2014 verdoppelt.

Quelle: dpa
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