Vor allem in Ballungszentren

Für viele ist ein Eigenheim unerschwinglich

Von Markus Frühauf
 - 13:32

Der Traum vom Eigenheim oder den eigenen vier Wänden ist in den Ballungszentren für viele Deutsche eine nicht mehr zu erreichende Wunschvorstellung. Der deutliche Immobilienpreisanstieg in den sieben Metropolregionen – Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und München – hat dazu geführt, dass viele dort lebende Bürger keine Eigentumswohnung oder ein Haus finanzieren können. Das schlägt sich nun auch in den Sparmotiven der Bundesbürger nieder, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Verbandes der privaten Bausparkassen zeigt.

Demnach sparen immer weniger Normalverdiener für ein Eigenheim. Die Bereitschaft dazu sei auf einem Tiefpunkt angelangt. Gegenwärtig geben der Umfrage zufolge nur noch 37 Prozent der Bundesbürger an, für Wohneigentum zu sparen. Das sind 4 Prozent weniger als im Herbst 2017. Der Wert sei der niedrigste in der mittlerweile 20 Jahre laufenden Umfragereihe, betonte der Verband. Wie Zahlen des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken zeigen, haben sich die Preise für Wohneigentum in den sieben Großstädten zwischen 2008 und 2017 verdoppelt. Im vergangenen Jahr stiegen sie um fast 14 Prozent.

Vereinzelte Sorgen über mögliche Blasenbildung

Der rasche Preisanstieg führt vereinzelt zu Sorgen über eine mögliche Blasenbildung. Die Bundesbank verwies zuletzt auf Preisübertreibungen von 35 Prozent in manchen Großstädten. Doch gegen eine Blase spricht die zurückhaltende Kreditfinanzierung durch die Banken, die immer auf einen entsprechend hohen Eigenkapitalanteil der Schuldner achten. Doch dadurch können sich in den Ballungszentren Personen mit einem durchschnittlichen Einkommen keine Eigentumswohnung mehr leisten. In der Regel beträgt der Eigenkapitalanteil 20 Prozent, was bei Preisen für Drei-Zimmer-Wohnungen in zentraler Lage von 400.000 Euro aufwärts eine sehr hohe Einstiegshürde ist, gerade für junge Familien.

Der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder, wertet die jüngste Entwicklung als besorgniserregend. „Ausreichend bezahlbarer Wohnraum ist eines der drängendsten sozialen Probleme“, sagte er. Seiner Ansicht nach sind mehr Eigenheime nötig, weil dann zugleich kleinere und preiswertere Wohnungen im Bestand frei würden.

Anstelle von Wohneigentum sparen die Deutschen lieber für Konsum. Dieser legte als Sparmotiv seit der Herbstumfrage um 9 Prozentpunkte auf 60 Prozent zu. Auf Platz zwei liegt mit unverändert 51 Prozent die Altersvorsorge.

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Vom Wind geformtDas Haus ohne Ecken

Quelle: F.A.Z.
Markus Frühauf
Redakteur in der Wirtschaft.
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