Geldanlage in Sachwerte

Gold. Wald. Wein.

Von Gerald Braunberger
 - 14:39

Von erfolgreichen Managern, TV-Moderatoren und Schauspielern ist bekannt, dass sie Weinberge besitzen und womöglich auch hegen und pflegen. Als langfristige Kapitalanlage kommen Weinberge wohl nur für sehr betuchte Menschen in Frage, aber edler Wein wird auch von Anlegern gekauft, für die ein Weinberg, wenn nicht eine Nummer zu groß, dann doch mindestens zu unbequem wäre. Wein lässt sich durchaus auch als ein Anlagegut für Liebhaber verstehen, aber hier sind sehr gute Kenntnisse vonnöten und als finanzieller Beitrag zur Altersvorsorge werden edle Tropfen wohl nur selten verwendet. Schließlich altert nicht jeder Wein gut.

Angst vor physikalischen oder biologischen Alterungsprozessen müssen Anleger in Edelmetallen gewiss nicht haben. Über ihre langfristige Wertentwicklung lässt sich so wenig sagen wie über die Wertentwicklung anderer Anlagegüter. Gold wird von vielen Menschen nicht einer unkalkulierbaren Rendite wegen erworben, sondern als eine Art Absicherung gegen eine ebenfalls nicht kalkulierbare wirtschaftliche oder politische Großkatastrophe.

Hier profitiert besonders Gold von einem über Jahrtausende entstandenen Nimbus. Im strengen Sinne ist nicht einmal sicher vorhersehbar, dass sich die Menschen in ein paar Jahrzehnten überhaupt noch für Gold interessieren, aber mit Blick auf die bekannte Menschheitsgeschichte lässt sich doch vermuten, dass auch im Jahre 2050 oder 2080 noch Nachfrage nach dem Edelmetall alleine von der Schmuckindustrie existieren dürfte. Gold besitzt auch den Vorteil, dass es sich anonym kaufen und lagern lässt und es leicht transportiert werden kann. Dafür erhält der Anleger keine laufenden Ausschüttungen auf seinen Goldbestand. Vor Jahrzehnten empfahlen konservative Anlageberater ihren Kunden, 10 Prozent des Vermögens in Gold zu halten. Mittlerweile gibt es aber auch angesehene Anlageexperten, die von dem Edelmetall gar nichts halten. Wer mit etwas Gold im Bestand besser schlafen kann, sollte kaufen. Zwingend notwendig erscheint es nicht.

Für echte Goldfreunde gilt nur der Kauf physischen Edelmetalls. Gold lässt sich aber auch anders erwerben, zum Beispiel durch den Kauf von Anteilen an einem Goldfonds. Hier ist der Anleger indirekt in Gold investiert. Dies mögen manche Anleger als einen Ersatz für den Kauf physischen Goldes akzeptieren; auch Großinvestoren haben schon solche Fondsanteile erworben. Wissen muss ein Anleger, dass Aktien von Goldminenaktien kein Ersatz für Gold darstellen. Goldminenaktien sind Aktien und gehören damit zu einer ganz anderen Anlageklasse, auch wenn es eine Verbindung zwischen dem Goldpreis und den Kursen solcher Aktien geben mag.

Vor wenigen Jahren begann sich in Deutschland eine größere Zahl von Anlegern für Wald zu interessieren. Sie waren in Sorge um den Wert des Euros, fürchteten neuerliche Abstürze an den Börsen und fluchten über die sinkenden Zinsen. Die laufende Rendite von Anlagen in Wald ist zumindest in unseren Breiten sehr gering - so gering, dass sich die Bündelung von Eigentum an Wald in Fonds und der Vertrieb von Fondsanteilen an eine breite Anlegerschaft alleine aus Kostengründen nicht lohnt. Somit bleibt Wald als Kapitalanlage nur für eine kleine Gruppe von Investoren reserviert. Das muss man nicht bedauern: Es ist schwer zu sehen, dass die Waldwirtschaft in Zukunft sehr hohe Renditen generieren kann.

Quelle: F.A.Z.
Gerald Braunberger - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Gerald Braunberger
Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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