Finanzielle Bildung

Geld darf im Elternhaus kein Tabuthema sein

 - 15:04

Ein Dauerthema zwischen Eltern und Kinder ist stets die Höhe des Taschengelds. Es ist richtig und wichtig, wenn Kinder und Jugendliche einen wachsenden Anteil ihrer Ausgaben selbst bestreiten können, lernt sich doch nur so der Umgang mit dem eigenen Budget.

Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland) geht aber noch einen Schritt weiter. „Wichtiger ist es jedoch, wenn in der Familie selbstverständlich und offen über das Thema Geld gesprochen wird“, sagt der Professor an der European Business School in Oestrich-Winkel.

Finanzen sollten im Elternhaus kein Tabu sein. Gerade in diesen komplexen Zeiten sei ein erstes Verständnis etwa über das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben, vom Zinseszinseffekt oder vom Risiko bei der Geldanlage empfehlenswert.

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hätten die finanzielle Erziehung und Kindheitserfahrungen mit Geld einen größeren Einfluss auf die finanzielle Bildung als etwa die Schule. „Finanzwissen hilft nicht nur später bei der Geldanlage, es hilft auch die Folgen von Verschuldung zu verstehen, Verträge zu durchblicken und eine finanzielle Schieflage zu vermeiden.“, sagt Tilmes. Nur Menschen mit ausreichendem Finanzwissen seien in der Lage, informierte Entscheidungen über Sparen, Anlegen oder eine Kreditaufnahme zu treffen.

Wer den Umgang mit Finanzangelegenheiten nicht gelernt habe, nehme möglicherweise eher einen Kredit auf, lege weniger oder gar nichts fürs Alter zurück und bezahle tendenziell höhere Gebühren für Finanzprodukte. „Das Ziel muss es also sein, Finanzkenntnisse möglichst früh zu vermitteln“, sagt der FPSB-Vorstand. Es geht um Fragen, wie viel man sparen muss und in welchem Maße man – vor allem im Ruhestand – die Ersparnisse aufbrauchen kann. Gutes Finanzwissen hilft dabei, Entscheidungen zu allen Fragen rund um das Thema Geld selber zu treffen.“

Quelle: mho.
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