Der Steuertipp

Wie Erträge aus ausländischen Fonds zu versteuern sind

Von Andreas Patzner
 - 14:55

Viele Steuerpflichtige sind derzeit eifrig dabei, ihre Steuererklärung fertigzustellen, und bemerken dabei, dass laut Jahressteuerbescheinigung noch Erträge aus ausländischen Fonds fehlen.

Aufgrund des Übergangs zum neuen Investmentsteuergesetz mussten alle Investmentfonds (egal, ob mit kalenderjahresgleichem oder abweichendem Geschäftsjahr und egal, ob ausschüttend oder thesaurierend) dem Anleger zum 31. Dezember 2017 eine steuerliche Thesaurierung zurechnen, nämlich die sogenannten ausschüttungsgleichen Erträge. Aufgrund der Zusammenballung von steuerlichen Fondsthesaurierungen zum 31. Dezember 2017 hat der Gesetzgeber für bestimmte Fonds die Frist zur Bekanntgabe der Besteuerungsgrundlagen vom 30. April 2018 bis zum 31. Dezember 2018 verlängert. Mit einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 9. April 2018 wurde diese Fristverlängerung auf alle Fonds ausgedehnt.

Da die Banken ihre Jahressteuerbescheinigungen den Anlegern deutlich früher, meist schon im Januar oder Februar, zur Verfügung gestellt haben, ist zu beobachten, dass insbesondere bei ausländischen Fonds diese Thesaurierungsdaten zum 31. Dezember 2017 reihenweise fehlen. Unter Berufung auf Randnummer 27 eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums vom 15. Dezember 2017 schreiben die Banken dann unten in den nachrichtlichen Teil der Steuerbescheinigung, dass und welche ausländischen Fonds gefehlt haben.

Betroffene Anleger sollten zunächst abwarten, ob ihre Bank die fehlenden Erträge später noch nachreicht. Sodann sollte über die Bank oder den elektronischen Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de) geprüft werden, ob die fehlenden Fonds die Erträge zwischenzeitlich bekanntgemacht haben.

Sind dann immer noch nicht alle Erträge da, bleibt den Anlegern nichts anderes übrig, als die Steuererklärung gegebenenfalls unter Hinweis auf den nachrichtlichen Teil der Jahressteuerbescheinigung trotz der fehlenden Fondserträge abzugeben.

Der Autor ist Rechtsanwalt, Steuerberater und Partner bei KPMG in Frankfurt am Main.

Quelle: F.A.S.
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