Wochenausblick

Nervosität an der Börse nimmt zu

 - 09:01

Nach dem jüngsten Dämpfer am deutschen Aktienmarkt könnte in der neuen Woche eine gewisse Ernüchterung eintreten. Börsianer und Analysten rechnen überwiegend mit einer moderaten Korrektur. Die Berichtssaison neigt sich zwar langsam dem Ende entgegen, in der ersten Wochenhälfte dürften aber noch relativ viele Quartalsberichte für Aufsehen sorgen.

Der Aktienstrategie Manfred Bucher von der BayernLB sieht die Aktienmärkte nach den zuletzt kräftigen Kurssteigerungen nun technisch überhitzt. „Befürchtete Verzögerungen bei der amerikanischen Steuerreform und einige enttäuschende Quartalsberichte trübten zudem die Stimmung ein", sagte Bucher. Eine mögliche Fortsetzung der nun begonnenen Kurskorrektur schätze er aber als nur temporär ein und betrachte sie als gesunde Verschnaufpause.

„Der Wind scheint sich allmählich zu drehen", stellte Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba fest. Mittlerweile stünden selbst die bis zuletzt als Stützen der jüngsten Rally geltenden Einflussfaktoren auf dem Prüfstand: "Die Hoffnung auf ein zügiges Zustandekommen der Steuerreform in Amerka, die Hoffnung, dass die Eurozone 2018 erneut einen Wachstumsrekord aufstellen wird, die Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank ihre Anleihekäufe nur sehr langsam zurückfährt, die Hoffnung, dass der Preisdruck gering bleibt sowie die Hoffnung, dass geopolitische Risiken weiterhin keine Rolle spielen."

Unternehmensseitig wird auch in der neuen Woche der Fokus auf diversen Quartalsberichten liegen. Bereits am Montag beginnt der Zahlenreigen unter anderem mit der RWE-Ökostromtochter Innogy, dem Versicherer Talanx und der Deutschen Pfandbriefbank.Am Dienstag folgt der Höhepunkt der Zahlenwelle in dieser Woche. Unter anderem ziehen RWE, die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen und der Konsumgüterkonzerns Henkel Bilanz.

Aus Konjunktursicht dürften die Investoren in der neuen Woche vor allem auf Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland und der Eurozone am Dienstag achten. Die Daten zum deutschen BIP für das dritte Quartal sollten nach einem sehr robusten ersten Halbjahr etwas schwächer ausfallen, glaubt Helaba-Expertin Claudia Windt. Zudem stehen Amerikas Inflationsdaten für Oktober auf der Tagesordnung: Am
Dienstag die Erzeugerpreise, am Mittwoch die Verbraucherpreise. Sie dürften der Analystin zufolge die amerikanische Notenbank aber kaum dazu bringen, von ihrer für Dezember anvisierten Zinserhöhung abzurücken.

Quelle: casc/dpa-AFX.
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