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FAZ plus ArtikelZeitzeuge Georg Troller

„Juden wurden blindlings gehasst“

Von Peter-Philipp Schmitt
 - 07:18

Herr Troller, wo waren Sie am 9. November 1938?

Ich machte damals eine Umschulung, wie alle jungen Juden, um in der Emigration einen Job zu ergattern, und zwar in der Buchbinderei Panek an der Gumpendorfer Straße in Wien. An jenem Tag hatte man uns gewarnt, in der Nacht würde etwas passieren. Man wollte Rache an uns nehmen, weil in Paris der Botschaftssekretär Ernst Eduard vom Rath von einem jüdischen Flüchtling namens Grynszpan getötet worden war. Meine Familie wusste also, dass etwas passiert. Mein Bruder war damals schon emigriert, ich wurde an dem Tag zum Buchbinder geschickt mit zwei Wurstsemmeln in der Hand, um mich dort zu verstecken. Panek war ein alter Sozi, ich brauchte also keine Angst zu haben. Außerdem lag die Buchbinderei direkt neben der Bezirkswache der Polizei. Ich fühlte mich also beschützt.

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Quelle: F.A.Z.
Peter-Philipp Schmitt
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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