FAZ plus ArtikelHerzinfarkt-Therapie

Wochenlang in 7000 Metern Höhe

Von Bernd Steinle
 - 14:25

Das Angebot klang wenig verlockend: fünf Wochen in einer Kammer ohne Tageslicht zu verbringen, in der schrittweise der Sauerstoffgehalt der Luft so weit verringert wird, bis er dem Sauerstoffanteil in einer Höhe von 7000 Metern entspricht. Es war ein Angebot, auf das sich nur wenige ernsthaft eingelassen hätten. Ralf Dujmovits und seine Lebensgefährtin Nancy Hansen haben es getan.

Dujmovits ist der einzige Deutsche, der alle 14 Achttausender-Gipfel bestiegen hat. Er hat, auf Bergen in aller Welt, mehr Lebenszeit in der Höhe verbracht als die meisten anderen Menschen. Dass er sich nun in einer vergleichsweise schnöden Hypoxiekammer des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln der Höhe und ihren Begleiterscheinungen aussetzt, liegt am Hintergrund des Angebots: In dem Projekt wollen Mediziner des DLR und seiner Partner in einer ersten Studie mit den Probanden Dujmovits und Hansen herausfinden, ob ein längerer Aufenthalt unter starkem Sauerstoffmangel die Herzmuskelzellen zur Teilung anregt – und so die Chance für eine Therapie eröffnet, mit der die Herzfunktion von Patienten nach einem Herzinfarkt verbessert werden kann. Basis der Studie ist eine Untersuchung der Universität Texas, in der Wissenschaftler unter anderem festgestellt hatten, dass sich unter extremem Sauerstoffmangel bei Mäusen nach einem Herzinfarkt die Herzmuskelzellen wieder zu teilen begonnen hatten.

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Quelle: F.A.Z.
Bernd Steinle
Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.
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