Report „Fighting for Breath“

Eine Million Kinder sterben jährlich an Lungenentzündung

 - 11:24

Weltweit sterben einem Bericht zufolge pro Jahr knapp eine Million Kinder an Lungenentzündung. Das geht aus dem Report „Fighting for Breath“ hervor, den die Hilfsorganisation „Save the Children“ am Samstag in Berlin zum Welttag zur Bekämpfung von Lungenentzündung an diesem Sonntag veröffentlichte. Die Organisation stellt vor, wie bis 2030 mehr als fünf Million Kinderleben gerettet werden könnten, denn: „Lungenentzündungen sind sowohl vermeidbar als auch behandelbar.“

Eine Behandlung mit Antibiotika koste nur 0,34 Euro und könne ein Kind in drei bis fünf Tagen heilen, so „Save the Children“. Keine andere Krankheit sei für mehr Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich als Lungenentzündungen. Im Schnitt stürben jede Minute zwei Kinder in diesem Alter daran – „das sind mehr als an Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen“.

Über 80 Prozent der Todesfälle treten den Angaben zufolge bei Kindern unter zwei Jahren auf. Oft hätten sie wegen Mangelernährung oder unzureichender Versorgung mit Muttermilch ein geschwächtes Immunsystem und seien daher nicht in der Lage, die Infektion zu bekämpfen. Neugeborene seien besonders gefährdet, auch weil über die Hälfte aller Mütter in Afrika keinerlei Gesundheitsversorgung vor, während oder nach der Entbindung erhalte.

„Die Krankheit lässt die betroffenen Kleinkinder fürchterlich um Atem ringen und ihre Eltern oft vor Angst verzweifeln oder leider allzu oft mit unglaublichem Schmerz und Trauer zurück, wenn die Kinder den Kampf gegen die Lungenentzündung verlieren“, erklärte die Geschäftsführerin von „Save the Children“ Deutschland, Susanna Krüger. Es sei nicht hinnehmbar, „dass wir so viele junge Leben von einer Krankheit zerstören lassen, obwohl wir wissen, wie sie sich vermeiden und behandeln lässt“.

„Save the Children“ fordert die Immunisierung für weltweit 166 Millionen Kleinkinder unter zwei Jahren und Unterstützung für mehr als 400 Millionen Kinder, die keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Zudem müssten Impfstoffe günstiger werden. Stark betroffene Länder müssten mit internationaler Unterstützung stärker in ihre Impfprogramme investieren. Regierungen und Geber sollten zudem gemeinsam dafür sorgen, dass lebensrettende Antibiotika jederzeit verfügbar seien.

Quelle: KNA
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