Studie

Frankfurter Jugendliche konsumieren weniger Cannabis

 - 17:54

Die Verbreitung von Cannabis unter Frankfurter Jugendlichen sinkt. Das geht aus der Drogenstudie MoSyD hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Das Centre for Drug Research der Goethe-Universität befragt dafür seit 2002 im Auftrag des städtischen Drogenreferats jährlich mehr als 1000 Schüler zwischen 15 und 18 Jahren. In der Studie mit Zahlen aus dem Jahr 2016 ist die Rede von Anzeichen einer möglichen Trendwende. Fast alle Werte seien nach einem mehrjährigen Anstieg wieder rückläufig.

2015 hatten noch 43 Prozent angegeben, schon einmal Cannabis geraucht zu haben. 2016 waren es nur noch 40 Prozent. Auch der regelmäßige Konsum (mindestens zehn Mal im Monat) ist um einen Punkt auf sieben Prozent gesunken. Im Vergleich zu den Vorjahren rauchen mehr Gymnasiasten als Berufsschüler Cannabis. So hätten bereits 48 Prozent der Gymnasiasten, aber nur 34 Prozent der Berufsschüler bereits einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert.

Lieber Gespräche als Verbote

Wichtig sei die Erkenntnis, dass „Prohibition keinen primären Einfluss auf den Cannabis-Konsum der Jugendlichen hat“, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Jugendliche erreiche man eher mit Gesprächen als mit Verboten.

Die am häufigsten konsumierten Drogen blieben Alkohol, Zigaretten und Cannabis. Alkohol bleibe auf dem ersten Platz. Die Verbreitung sei zwar rückläufig, aktueller Konsum und Trunkenheit seien hingegen etwas gestiegen, während der häufige und riskante Konsum niedrig geblieben sei (18 Prozent).

Der Griff zur Wasserpfeife

Der Konsum herkömmlicher Zigaretten sei zurückgegangen, dafür konsumierten die Jugendlichen mehr E-Produkte und Sishas. Die Konsumerfahrungen mit Shishas (54 Prozent) liegen deutlich höher, als die mit Zigaretten (45 Prozent). Bei den Zigaretten ist der tägliche Konsum auf dem niedrigsten Stand aller bisherigen Befragungen gesunken.

15 Prozent der Schüler glauben, dass sie von einer oder mehreren Drogen abhängig sind. Das sind zwei Prozent weniger als bei der letzten Befragung.

Ein Problem sei die Werbung, beispielsweise für E-Zigaretten, sagte Majer. „Die Risiken fallen dabei unter den Tisch.“ Er wünsche sich deshalb eine Einschränkung oder gar ein Verbot von Werbung für Suchtstoffe. Allerdings sei dafür der Bund und nicht die Stadt Frankfurt verantwortlich.

Quelle: dpa
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