Wasserbüffel

Wasserbüffel in der Eifel

Von Katharina Spitzley, Megina-Gymnasium, Mayen
 - 11:07

Im beschaulichen Örtchen Thür in der Vordereifel, rund 30 Kilometer nordwestlich von Koblenz gelegen, kann ein einfacher Spaziergang zum unvergesslichen Erlebnis werden. Vogelgezwitscher, weite Grasflächen und ein leichter Wind laden im Naturschutzgebiet zum Wandern ein. Doch nicht selten erblickt man zwischen Gras und Schilf graue Hörner, gefolgt von einem muskulösen, mit schwarzem Fell bedeckten Körper. Hierbei handelt es sich um karpatische Wasserbüffel, die seit geraumer Zeit in Thür angesiedelt sind.
Das südlich von Mendig gelegene Naturschutzgebiet „Thürer Wiesen“ ist ein überregional bedeutsames Feuchtgebiet mit einer artenreichen Fauna. „Ziel des Naturschutzes ist es, das Gebiet in Teilen offen zu halten, um ein großflächiges Mosaik an kleineren Biotopen zu schaffen“, erklärt Tanja Stromberg, die Geschäftsstellenleiterin der Stiftung Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz. Und genau dies sei seit 2016 die Aufgabe der Wasserbüffel.

Sie fressen Rohrkolben, Schilf und Binsen

Auf der rund 15 Hektar großen Fläche sorgen vier trächtige Weibchen für die Offenhaltung der Fläche, so dass diese nicht verwildert. Dies gelingt deshalb so erfolgreich, weil sich Wasserbüffel unter anderem von Rohrkolben, Schilf und Binsen ernähren und somit verhindern, dass das Biotop zuwächst. Zudem sind diese Tiere besonders robust und können das ganze Jahr im Freien leben. Und das kommt gut an: „Die Thürer Wiesen werden von der Öffentlichkeit stark frequentiert“, sagt die tierliebe Tanja Stromberg, die selbst mehrere Haustiere besitzt und oft zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern nach den Büffeln sieht.

Die Stiftung zahlt den Tierarzt

Entlang des Tümpels und der großen Grasfläche kann der Besucher die Tiere gut beobachten und ihren Nutzen erkennen. Jedes Tier kostet rund 4000 Euro. Die Büffel werden von einem ortsansässigen Landwirt betreut und von der Nabu Agrar Umwelt GmbH unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz trägt die Betreuungs-, Tierarzt-, Futter- und Ausstattungskosten, erklärt Tanja Stromberg. Des weiteren sorgt der Landkreis Mayen-Koblenz für die artgerechte Haltung der Tiere und beobachtet unter anderem, ob die Wasserbüffel mit unterschiedlichen Witterungsverhältnissen zurechtkommen und ob die Anzahl der Tiere zur Bearbeitung der Fläche ausreicht. Im vergangenen April wurde die Herde um drei Tiere aufgestockt, zwei Kühe und einen Bullen. Und der Nachwuchs ist inzwischen zur Freude der Spaziergänger auch schon da.

Quelle: F.A.Z.
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