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Erstmals seit 17 Jahren

Arkansas richtet zwei Häftlinge an einem Tag hin

Von Christiane Heil, Los Angeles
 - 15:59

Der amerikanische Bundesstaat Arkansas hat nach der Anordnung von Gouverneur Asa Hutchinson zwei weitere Häftlinge hingerichtet. Die Berufungsanträge ihrer Anwälte wurden abgewiesen – woraufhin die verurteilten Mörder Jack Jones und Marcel Williams in der Nacht zu Dienstag im Gefängnis Cummins Unit bei Grady mit Giftspritzen getötet wurden.

Am vergangenen Donnerstag war in Arkansas nach zwölf Jahren ohne Hinrichtung bereits der Mörder und Serienvergewaltiger Ledell Lee hingerichtet worden. Sein Mithäftling Jones, der im Jahr 1995 die Buchhalterin Mary Phillips in Anwesenheit ihrer Tochter vergewaltigt und mit dem Kabel einer Kaffeemaschine erwürgt hatte, wurde in der Nacht zu Dienstag etwa 14 Minuten nach der Giftspritze für tot erklärt. Während zwölf Zeugen und die Angehörigen seines Opfers die Hinrichtung hinter einer Glasscheibe beobachteten, bat er Phillips’ Tochter um Verzeihung.

Jones hatte die damals Elfjährige nach der Ermordung ihrer Mutter mit zertrümmertem Schädel an einen Stuhl gefesselt zurückgelassen. Die Exekution des ebenfalls wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilten Williams, die etwa eine Stunde nach Jones’ Tod geplant war, verzögerte sich bis etwa 22.30 Uhr. Ein Gericht in Arkansas hatte sie vorübergehend ausgesetzt, weil die Anwälte des Sechsundvierzigjährigen vortrugen, Jones habe nach dem Giftcocktail ungewöhnlich lange gelitten. Jones soll trotz der Gabe eines Sedativums immer wieder die Lippen bewegt und nach Luft geschnappt haben.

Vier weitere Exekutionen ausgesetzt

In den vergangenen Tagen hatten die Verteidiger der beiden Verurteilten wiederholt das Aussetzen der Exekutionen gefordert, da Jones und Williams an Diabetes sowie anderen Erkrankungen litten. Auch ihr Übergewicht erschwerte angeblich die angemessene Dosierung der Hinrichtungsgifte. Laut amerikanischer Verfassung sind „grausame und ungewöhnliche Bestrafungen“ wie ein langer Todeskampf verboten. Für heftige Empörung sorgte auch Gouverneur Hutchinsons Erklärung vor einigen Wochen, in elf Tagen insgesamt acht Todeskandidaten hinrichten zu lassen, um die Giftvorräte des Bundesstaates nicht zu verschwenden. Wie bekannt wurde, läuft das Haltbarkeitsdatum des Mittels Ende April ab.

Trotz Unschuldsbeteuerungen
Wieder Häftling in Arkansas hingerichtet
© AP, reuters

Da Pharmakonzerne und Branchenverbände wie die American Pharmacists Association sich zunehmend weigern, Medikamente für Exekutionen zu produzieren, gehen auch in Bundesstaaten wie Oklahoma und Virginia die Reserven aus. „Das Thema der Haltbarkeit, das nun die Entscheidung über Leben und Tod beeinflusst, ist fast zufällig“, teilte Stephen Breyer mit, Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Mit einer Mehrheit von fünf zu vier Stimmen hatte der Supreme Court in der vergangenen Woche den Antrag des Todeskandidaten Lee abgelehnt, dessen Hinrichtung zu stoppen. Die Exekutionen von vier weiteren Mördern, die ebenfalls auf Gouverneur Hutchinsons Liste standen, wurden dagegen kurzfristig ausgesetzt. Nach der ersten Doppelhinrichtung in den Vereinigten Staaten seit 17 Jahren steht die für Donnerstag angekündigte Hinrichtung des Mörders Kenneth Williams weiter auf dem Terminplan der Cummins Unit.

Quelle: F.A.Z.
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