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Las Vegas

Die Spur führt zur Freundin des Angreifers

 - 06:36
Trauernde in Las Vegas Bild: AFP, dpa/AFP

Zwei Tage nach dem Blutbad bei einem Konzert in der amerikanischen Kasinometropole Las Vegas ist das Motiv des Todesschützen Stephen Paddock weiter unklar. Die Ermittler machten Fortschritte, hätten aber noch keine „vollständigen Antworten“, sagte Bezirkssheriff Joseph Lombardo am späten Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten.

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Präsident Donald Trump wird Las Vegas am heutigen Mittwoch besuchen und dabei auch mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen. Er hat nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen dem Todesschützen und der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Auf die Frage eines Journalisten, ob er das Bekenntnis der Dschihadistengruppe für echt halte, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: „Ich habe keine Ahnung.“

„Wesentliche Informationen“ erwartet

Der 64-jährige Paddock hatte am Sonntagabend von seinem Zimmer im 32. Stock eines Hotels auf Besucher eines Country-Music-Konzerts gefeuert. 59 Menschen starben, die Zahl der Verletzten korrigierte Sheriff Lombardo am Dienstag mit rund 500 leicht nach unten. Der Schütze hatte sich selber getötet, als die Polizei sein Hotelzimmer stürmte. Zuvor hatte er dem Sheriff zufolge neun Minuten hintereinander auf die Menschenmenge beim Konzert geschossen. Ein Hotelgast hatte nach ersten Schüssen die Polizei-Notrufzentrale alarmiert.

Las Vegas
Las-Vegas: Polizei veröffentlicht Bodycam-Aufnahmen

Wie Lombardo weiter bestätigte, laufen Gespräche mit der Freundin des Täters, die auf den Philippinen lokalisiert worden sei. Er nannte die 62-jährige Marilou D., die einen australischen Pass hat, eine „Person von Interesse“. So bezeichnen Ermittler Menschen, von denen sie sich wichtige Informationen versprechen, die aber gegenwärtig nicht zwangsläufig als Tatverdächtige eingestuft werden.

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Lombardo sagte, er erwarte in den nächsten Stunden „wesentliche Informationen“, es blieb aber unklar, ob er sich dabei auf die Freundin bezog. Nach einem Bericht der „New York Times“ traf die Frau am späten Dienstagabend in den Vereinigten Staaten ein.

Neue Rätsel gibt eine Geldüberweisung Paddocks in Höhe von 100.000 Dollar auf die Philippinen auf. Zunächst war aber nicht bekannt, ob sie kurz vor der Tat erfolgte und an wen das Geld konkret ging. Medien spekulierten, es sei wahrscheinlich für die Freundin bestimmt gewesen.

Nach der Tragödie
Tiefe Trauer in Las Vegas

Mittlerweile häufen sich die Hinweise darauf, dass Paddock seine Tat „umfassend“ vorbereitete, wie es der Sheriff am Dienstag formulierte. So fand die Polizei nach seinen Angaben neben 23 Schusswaffen in seiner Suite im Mandalay Bay Hotel mehrere Kameras vor, einige waren auch außerhalb seines Zimmers aufgebaut. Vermutungen gehen dahin, dass sie ihn beim Eintreffen von Polizisten vorwarnen sollten. Lombardo zufolge werden die Kameras nun von der Bundespolizei FBI untersucht.

Experten gingen auch der Frage nach, ob Paddock einige seiner Waffen mit einer ebenfalls in der Suite vorgefundenen Vorrichtung modifizierte: Sie dient dazu, das Abfeuern von Schüssen zu beschleunigen. Amerikanische Fernsehsender zeigten am Dienstag Aufnahmen aus dem Hotelzimmer, die nach dem Blutbad gemacht wurden. Darauf sind unter anderem Waffen und zahlreiche Hülsen zu sehen. Wie sie zu den Medien gelangten, wurde nicht bekannt. Lombardo nannte den Vorgang „besorgniserregend“.

Insgesamt stellte die Polizei im Hotelzimmer und in zwei Häusern des Täters in Mesquite und Reno 49 Schusswaffen sicher. Hinzu kommen Tausende Schuss Munition und Sprengstoff. Vor diesem Hintergrund ist die Debatte um die nach Ansicht von Kritikern viel zu laschen amerikanischen Waffengesetze wieder voll entbrannt. Der Chef der demokratischen Minderheit im Senat, Chuck Schumer, forderte in einer Rede in der Kongresskammer „vernünftige Reformen“. Man könne das Böse oder den Wahnsinn nicht von der Erde verbannen, sagte Schumer. „Aber wir müssen tun, was in unserer Macht steht, um unser Land zu einem sichereren Ort zu machen.“

Trump erklärte am Dienstag: „Wir werden mit der Zeit über Waffengesetze sprechen.“ Der Republikaner hatte sich in der Vergangenheit – vor seiner Bewerbung ums Präsidentenamt – für „vernünftige begrenzte“ Waffenkontrollmaßnahmen ausgesprochen. Dann schwenkte er aber um, wohl auch mit Blick auf die mächtige Waffenlobby-Organisation NRA.

Quelle: dpa/AFP
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