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Attentat in Las Vegas

Was wir über die Freundin des Massenmörders wissen

 - 06:57
In diesem Haus in Mesquite lebte Stephen Paddock, der Todesschütze von Las Vegas. Bild: dpa, sede.

Auch drei Tage nach dem Massenmord in Las Vegas sind die Motive des Todesschützen noch völlig unklar. Stephen Paddock, der Mörder von mindestens 58 Menschen, hat sich laut Polizei nach der Wahnsinnstat selbst das Leben genommen, er hinterließ nach bisherigen Erkenntnissen nichts, was seine Motive erklären würde. Die Ermittler hoffen jetzt auf die Aussage seiner Lebensgefährtin.

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Bereits wenige Stunden nach der Tat gelangte die 62 Jahre alte Frau ins Zentrum des öffentlichen Interesses: Mit der Erklärung, man wolle sie als Zeugin befragen, veröffentlichte die Polizei in Las Vegas ihren Namen und ein Foto von ihr, sofort tauchte das Bild überall in den Medien auf, oft zusammen mit der Spekulation, dass sie mit dem Attentäter im Hotelzimmer gewesen sei.

Das führte zumindest dazu, dass die australische Staatsbürgerin mit philippinischen Wurzeln schnell gefunden wurde. Man könne nach einem Gespräch ausschließen, dass sie an der Tat beteiligt gewesen sei, erklärte die Polizei am Montag. Warum? Sie sei zum Tatzeitpunkt überhaupt nicht im Land gewesen – sondern auf den Philippinen. Vor zwei Wochen habe Paddock ein Flugticket für sie gebucht, um ihre Verwandten in den Philippinen besuchen zu können, berichtet sie. Während des Aufenthalts habe Paddock ihr Geld überwiesen, das sie zum Kauf eines Hauses für sich und ihre Familie verwenden sollte. Zu diesem Zeitpunkt habe sie begonnen, sich Sorgen zu machen. Sie habe zunächst befürchtet, dass Paddock sich von ihr habe trennen wollen. „Es ist mir nie in den Sinn gekommen, dass er in irgendeiner Weise Gewalt gegen irgendjemanden plante“, fügte sie hinzu.

Erst am Dienstag reiste sie von Manila aus zurück nach Los Angeles, wo sie FBI-Beamten empfingen. Sie gilt unter den Ermittlern als „Person von Interesse“, so bezeichnen sie Menschen, von denen sie sich wichtige Informationen erhoffen, gegen die sie aber nicht ermitteln.

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Las Vegas
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„Ich zahle für deinen Drink, so wie ich für dich bezahle“

Während alle Welt auf die Ergebnisse ihrer Befragung wartet, werden immer mehr Details über die Frau und ihre Beziehung zu Stephen Paddock bekannt. Die beiden trafen sich laut dem Bruder des Attentäters vor einigen Jahren in einem Kasino in Reno, wo sie zu der Zeit als Hostess arbeitete. „Sie waren entzückend – großer Mann, kleine Frau. Er liebte sie. Er vergötterte sie“, sagte sein Bruder laut „Washington Post“. Das Paar verbrachte in den folgenden Jahren offenbar viel Zeit gemeinsam in Kasinos. Laut seinem Bruder wurde die ganze Familie mal auf Kosten des Kasinos in Reno im obersten Stockwerk des zugehörigen Hotels untergebracht, weil er so ein guter Kunde war.

„Ich habe Stephen Paddock als freundlichen, liebevollen, stillen Mann gekannt“, behauptet die Australierin. Doch ganz so harmonisch soll es nicht immer zugegangen sein. Eine Mitarbeiterin einer Starbucks-Filiale, die sich im einzigen Kasino in Paddocks Wohnort Mesquite befindet, erklärte gegenüber der Los Angeles Times, dass Paddock seine Freundin oft vor fremden Leute beschimpft habe. „Das passierte regelmäßig.“ Wenn sie ihn um seine Kasino-Karte gebeten habe, um etwas zu essen zu kaufen, habe er zum Beispiel in abfälligem Ton gesagt: „Du brauchst meine Karte nicht. Ich zahle für deinen Drink, so wie ich für dich bezahle.“

Bevor sie nach Amerika kam, lebte die Frau für mehr als zehn Jahre an der Goldküste in Australien, sie hatte laut übereinstimmender Medienberichte 1990 einen Australier geheiratet und besitzt einen australischen Pass – das haben die Behörden in dem Land bestätigt. 2015 soll das Ehepaar die Scheidung eingereicht haben. Zu diesem Zeitpunkt lebte die heute 62-Jährige wohl schon mit Paddock zusammen. Allerdings waren beide viel unterwegs – oft sollen sie Monate in Kasinos verbracht haben. Am 15. September dieses Jahres reiste Paddocks Freundin dann laut der philippinischen Einwanderungsbehörde in ihr Heimatland. Sie verließ die Philippinen zwar noch mal, landete aber am 25. September – eine Woche vor dem Attentat in Las Vegas – aus Tokio kommend wieder in Manila.

Quelle: sede.
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