Wut auf Polizisten

Ehemaliger Soldat soll Nachbarin aus Rache getötet haben

 - 14:53

Nach dem Tod eines mutmaßlichen Gewalttäters aus Dresden vermutet die Polizei Rache als Motiv des ehemaligen Soldaten. Man geht davon aus, dass sich der 33-Jährige am Montagabend auf einem früheren Kasernengelände in Königsbrück selbst das Leben nahm. Er soll zuvor seine 75 Jahre alte Nachbarin getötet haben und war seit Samstag auf der Flucht. Dabei gab er mehrere Schüsse auf Polizisten ab. Ein Beamter der Spezialeinheit GSG-9 wurde verletzt und ein Diensthund getroffen.

In der Wohnung des Mannes wurde ein Brief gefunden, in dem er Angriffe auf Nachbarn und Polizisten indirekt angekündigte, wie Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar am Dienstag mitteilte. Demnach wollte sich der mutmaßliche Täter wohl auch gezielt an Polizisten rächen. Er habe Wut und Verachtung gespürt, weil ihm die Polizei bei einem vorherigen Einsatz die legal in seinem Haus befindlichen Waffen entzogen und in Verwahrung genommen hatte. Ein Grund für das Austicken sei wohl gewesen, dass man ihm sein „Spielzeug“ wegnahm, sagte Kretzschmar. Der Täter habe sich mit einem Kopfschuss selbst das Leben genommen.

Die Suche nach dem 33-Jährigen unter anderem im Haus seiner Eltern in Königsbrück war zunächst erfolglos geblieben. Am Montag wurde der Flüchtige dann in einem Waldgebiet in der Gegend geortet. Während des mehrstündigen Großeinsatzes schoss der Mann den Angaben zufolge aus einer verfallenen ehemaligen Kaserne heraus mehrfach auf die Einsatzfahrzeuge. Eine versuchte Kontaktaufnahme zu dem früheren Soldaten, der demnach für die Bundeswehr auch im Auslandseinsatz war, blieb erfolglos.

Schließlich drangen Spezialkräfte in das Gebäude ein. Der 33-Jährige verschanzte sich im Dachgeschoss, wo die Spezialkräfte ihn am Montagabend schließlich leblos fanden. Die Polizei geht von einem Suizid aus.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte es in der Wohnung des Manns einen Polizeieinsatz gegeben, weil der 33-Jährige dort betrunken randalierte. Er verbrachte eine Nacht im Polizeigewahrsam. In der Wohnung fanden die Beamten mehrere Waffen.

Der 33-Jährige war demnach Sportschütze und besaß eine Waffenbesitzkarte. Nach Angaben eines Polizeisprechers könnte dieser Einsatz „Auslöser“ für das weitere Geschehen gewesen sein.

Quelle: dpa/AFP
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