Ermittlungen in Kopenhagen

U-Boot-Kapitän soll Journalistin getötet haben

 - 08:57

Der Besitzer eines privaten dänischen U-Boots muss nach Entscheidung eines Gerichts in Kopenhagen für 24 Tage in Untersuchungshaft. Ihm werde fahrlässige Tötung im Zusammenhang mit dem Verschwinden einer schwedischen Journalistin vorgeworfen, berichtete am Samstag die Nachrichtenagentur Ritzau. Ihre Verwandten haben die 30-Jährige als vermisst gemeldet. Ihr Verbleib war auch am Samstag noch unklar.

Der U-Boot-Fahrer Peter Madsen hatte die Vorwürfe zuvor vor Gericht zurückgewiesen. Die Schwedin war am Donnerstagabend zuletzt gesehen worden, als sie sich mit Madsen im Hafen von Kopenhagen auf der UC3 Nautilus einschiffte. Madsen sagte, er habe die Frau nach einer Fahrt mit dem U-Boot auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt. Nach einem Bericht der dänischen ZeitungDagbladet untersucht die Polizei derzeit Überwachungsvideos eines Restaurants auf der Insel, um diese Aussage zu überprüfen.

Selbst entworfen, dann gesunken

Das von Madsen selbst entworfene 18 Meter lange Boot war dann gesunken, er selbst wurde nach Angaben der Polizei von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht. „Ich war auf einer Probefahrt und habe ein paar Dinge an dem U-Boot getestet. Dann ist etwas mit einem Ballasttank schiefgegangen“, wurde Madsen zitiert.

Das U-Boot wurde am späten Freitagmorgen in der Bucht von Køge südlich der dänischen Hauptstadt gefunden. Taucher entdeckten das Wrack in einer Tiefe von sieben Metern. Da es nicht stabil lag, konnten sie sich nicht hineinwagen. Das Schiff war im Mai 2008 vom Stapel gelaufen.

Am Samstag begannen Bemühungen, die „Nautilus“ zu heben. „Wir hoffen, sie zu heben und in den Hafen zu bringen“, sagte Polizeioffizier Carsten Reenberg. Unklar sei, wie lange die Operation dauern werde. Nach dänischen Zeitungsberichten werde das Boot langsam vom Wasser befreit, um mögliche Spuren an Bord nicht zu zerstören.

Quelle: marw./dpa
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