Von Soldaten erschossen

Pariser Flughafen-Angreifer hatte Drogen und Alkohol im Blut

 - 04:51

Der Angreifer vom Pariser Flughafen Orly hat bei seiner Tat am Samstag unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden. Das zeigten die Ergebnisse einer Autopsie vom Sonntag, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise. Demnach stellte man im Blut des 39 Jahre alten Täters Ziyed Ben Belgacem eine Alkoholkonzentration von 0,93 Gramm pro Liter (ca. 0,87 Promille) fest sowie Spuren von Cannabis und Kokain.

Den Angaben zufolge war der Mann wegen Drogendelikten und Diebstahls mehrmals im Gefängnis gewesen. Während einer Haftstrafe wegen Drogenschmuggels vor einigen Jahren habe er sich religiös radikalisiert.

Der Vater des 39-Jährigen hatte zuvor dem Radiosender Europe 1 gesagt, sein Sohn sei kein Terrorist, er habe aber getrunken und Cannabis konsumiert. „Und unter dem Einfluss von Alkohol und Cannabis - da kommt man hin“, fügte er hinzu.

Angriff auf Soldatin

Der Mann hatte eine Soldatin auf dem Flughafen attackiert, mit einer Schusswaffe bedroht und ihr ein Sturmgewehr entrissen. Andere Soldaten erschossen ihn daraufhin. Nach Angaben der beteiligten Soldaten hatte er gerufen „Ich bin da, um für Allah zu sterben“ und auch angekündigt, dass es Tote geben werde.

Die Attacke von Orly weckte Erinnerungen an einen Angriff auf Soldaten nahe des Pariser Louvre-Museums Anfang Februar. Ein mit zwei Macheten bewaffneter Ägypter hatte eine Soldatenpatrouille angegriffen und schrie dabei „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) geschrien, bevor er niedergeschossen und schwer verletzt wurde.

Paris
Polizei durchsucht Wohnung des Orly-Attentäters
© AFP, reuters

Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge mit insgesamt 238 Toten getroffen. Seit der Anschlagsserie in Paris vom 13. November 2015 gilt in ganz Frankreich der Ausnahmezustand. Am 23. April und 7. Mai finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt - auch deshalb gilt im Land erhöhte Alarmbereitschaft.

Quelle: AFP/dpa/Reuters
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