Im Jahr 2017

In Amerika fast 1000 Tote durch Polizeikugeln

 - 17:04

Im vergangenen Jahr sind in den Vereinigten Staaten abermals fast 1000 Personen durch Schüsse aus Polizeiwaffen getötet worden. Wie eine Untersuchung der „Washington Post“ ergab, erschossen Beamte von Januar bis Dezember 2017 987 Amerikaner. Für 2016 registrierte die Zeitung 963 Todesfälle durch „fatal force“, 2015 waren es 995. Die Zahl getöteter unbewaffneter Afroamerikaner ging dagegen zurück. In den vergangenen zwölf Monaten kamen 19 unbewaffnete Schwarze durch Polizeikugeln ums Leben. Für das Jahr 2015 hatte die Untersuchung in der Gruppe der „unarmed black males“ noch 36 Tote gezählt.

Insgesamt kamen afroamerikanische Männer aber häufiger bei Polizeieinsätzen ums Leben als Mitglieder anderer Gruppen. Obwohl sie nur etwa sechs Prozent der amerikanischen Bevölkerung ausmachten, war fast jeder Fünfte, der im Jahr 2017 durch Schüsse aus einer Polizeiwaffe ums Leben kam, dunkelhäutig. Laut „Washington Post“ gehörten etwa 44 Prozent der im vergangenen Jahr Getöteten der Gruppe „white male“ an. Fast 18 Prozent der Erschossenen waren Latino.

Einer von vier Amerikanern, die 2017 durch „fatal force“ zu Tode kamen, litt wie Dustin Pigeon unter psychischen Störungen. Der Neunundzwanzigjährige war im November in Oklahoma City durch einen Beamten erschossen worden, als er drohte, sich in Brand zu stecken. Die Staatsanwaltschaft erhob damals Anklage gegen den Beamten, da Pigeon unbewaffnet war und keine Bedrohung darstellte.

Das Los Angeles Police Department setzt derweil auf ein Programm zur Deeskalation, durch das auch bei Auseinandersetzungen auf tödliche Schüsse verzichtet werden soll. Nach 21 Toten im Jahr 2015 und 18 im Jahr 2016 ging die Zahl der Fälle von „fatal force“ im vergangenen Jahr auf 15 zurück. „Unsere Beamten erleben jedes Jahr fast 1,5 Millionen explosive Situationen. Schießereien sind eher selten“, sagte Los Angeles’ stellvertretender Polizeichef Michel Moore. „Wir analysieren aber jeden Zwischenfall, um dafür zu sorgen, dass die seltenen Zwischenfälle noch seltener werden.“

Quelle: ceh.
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