Kriminalstatistik

In Amerika steigt die Zahl der Gewaltverbrechen

Von Christiane Heil, Los Angeles
 - 17:44

In den Vereinigten Staaten nimmt die Zahl der Gewaltverbrechen zu. Die Kriminalstatistik der amerikanischen Bundespolizei (FBI) zählte für das Jahr 2016 je 100.000 Bewohner durchschnittlich 386 Delikte wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub und schwere Körperverletzung. Im Vorjahr hatte die Behörde lediglich 373 schwere Verbrechen je 100.000 Amerikaner registriert, etwa vier Prozent weniger. Obwohl die Zahl schwerer Verbrechen das zweite Jahr in Folge stieg, liegt die „Crime rate“ der Vereinigten Staaten weiterhin unter früheren Werten.

Laut der Statistik des FBI wurden im Jahr 1991 fast doppelt so viele Gewaltverbrechen gezählt wie 2016. Auch im Jahr 2007 registrierte die Bundespolizei zwischen New York und Los Angeles etwa 18 Prozent mehr Morde, Vergewaltigungen und andere schwere Delikte als im vergangenen Jahr. Der amerikanische Justizminister Jeff Sessions warnte dennoch vor einer Verbrechenswelle. „Das Justizministerium wird mit den Polizeibehörden auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene zusammenarbeiten, um kriminelle Vereinigungen und Banden abzuschrecken und den Drogenhandel einzudämmen“, sagte der Republikaner bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.

Der Kriminologe Richard Berk warnte davor, aus den erhöhten Zahlen der vergangenen zwei Jahre einen Trend abzuleiten. So seien lediglich in Städten wie Chicago, Las Vegas und Louisville mehr Tötungsdelikte gezählt worden. In New York habe die Zahl der Gewaltverbrechen ein historisches Tief erreicht. Über die Ursache der Zunahme schwerer Verbrechen herrscht jedoch Einigkeit. Wie das Justizministerium macht auch der Polizeiverband Major Cities Chiefs Association verstärkte Bandenkriminalität, Opioid- und Heroinhandel sowie die Verfügbarkeit von Waffen für den Anstieg der Gewaltverbrechen verantwortlich.

Quelle: F.A.Z.
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