Las Vegas

Täter schoss vor Massaker auf Wachmann

 - 07:20

Der Schütze von Las Vegas hat nach jüngsten Polizeiangaben bereits vor dem tödlichen Kugelhagel auf Konzertbesucher durch die Tür seiner Hotelsuite auf einen Wachmann geschossen. Stephen Paddock habe sechs Minuten vor dem Blutbad Schüsse auf Wachmann Jesus Campos abgefeuert, sagte Sheriff Joseph Lombardo am Montag vor Journalisten. Bislang hatte es geheißen, Campos sei erst nach dem Blutbad kurz vor der Erstürmung der Suite verletzt worden.

Warum die Polizei Paddock angesichts der Schüsse auf den Wachmann nicht eher orten konnte, erläuterte der Sheriff nicht. Bislang war Campos als Held gefeiert worden, weil die Ermittler davon ausgegangen waren, dass Paddock durch das Auftauchen des Wachmanns auf dem Gang davon abgehalten wurde, weiter aus dem Fenster auf Konzertbesucher zu schießen.

Medien berichten unterdessen weitere Details über den Täter. Paddock sei lange Zeit ein geradezu zwanghafter Spielautomaten-Nutzer und habe das Beruhigungsmittel Valium gegen Angstzustände genommen, berichtete der Fernsehsender CNN am Montag unter Berufung auf ein Gerichtsdokument aus dem Jahr 2013. Darin bezeichnete sich Paddock demnach selbst als „größten Videopoker-Spieler der Welt“. Videopoker wird an Spielautomaten beispielsweise in Kasinos gespielt.

Paddock war 2011 in einem Hotel ausgerutscht und verklagte das Hotel später. In einem 97-seitigen Dokument für das Verfahren machte er zahlreiche Angaben über sich selbst. Das Dokument, aus dem CNN nun zitierte, wurde an die US-Bundespolizei FBI übergeben.

„Niemand hat so viel und so lange gespielt wie ich“, erklärte Paddock demnach. So habe er im Jahr 2006 „14 Stunden am Tag gespielt, 365 Tage im Jahr“. Er pokere die ganze Nacht und schlafe tagsüber.

Kugelhagel von Las Vegas
Polizei veröffentlicht neue Fakten
© AP, reuters

In manchen Nächten habe er insgesamt um eine Million Dollar gespielt. Für ihn sei das nicht viel Geld. Trotz seines Wohlstands habe er seine eigenen Getränke in die Spielautomatensäle der Kasinos mitgenommen, um den Kellnerinnen kein Trinkgeld geben zu müssen. Seinen eigenen Angaben zufolge litt er aber nicht unter psychischen Problemen, hatte keine Suchtprobleme und war nicht vorbestraft.

Der 64-Jährige hatte am 1. Oktober in Las Vegas vom 32. Stock eines Hotels aus auf Konzertbesucher geschossen und dabei 58 Menschen getötet sowie hunderte weitere verletzt. Der Schütze tötete sich dann selbst. Sein Motiv ist nach wie vor unklar.

Quelle: spo./AFP
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