Mord im Niddapark

Verdächtiger schweigt weiter

Von Katharina Iskandar
 - 15:28

Im Fall der im Niddapark getöteten jungen Frau schweigt der unter Mordverdacht stehende Frankfurter Gastronomen, Jan M., weiter. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, wird derzeit geprüft, ob außer dem Motiv der Habgier noch weiter Gründe für das Tötungsdelikt infrage kommen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, Jan M. habe dem Opfer Schmuck gestohlen.

Wie die F.A.Z. berichtete, ist das Motiv offenbar aber noch viel tiefgreifender. So hat Jan M. dem Opfer, Irina A., nach Informationen dieser Zeitung eine höhere Summe Geld geschuldet. Irina A. soll stille Teilhaberin in seiner Bar „First In“ gewesen sein. Jan M. hatte die Bar, die zuletzt nicht mehr gut lief, Ende 2017 verkauft, ohne Irina A. jedoch ihren Anteil ausgezahlt zu haben. Das berichtete eine enge Freundin des Opfers im Gespräch mit der F.A.Z. Demnach hat Irina A. das Geld mehrfach zurückgefordert, Jan M. sei dadurch immer weiter unter Druck geraten. Aus Ermittlerkreisen war zu hören, dass diese Version „glaubhaft“ sei. Nähere Angaben zu den geschäftlichen Verwicklungen von Täter und Opfer machte die Polizei jedoch nicht.

Fall „komplex“

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Jan M. am späten Dienstagabend zu einer Aussprache mit Irina A. habe treffen wollen. Dabei soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Verlauf der Gastronomen die Frankfurterin mit einer Vielzahl von Messerstichen getötet haben soll. Den Spuren am Tatort zufolge wurde Irina dann von einer Parkbank zu einer Wiese geschleift, wo sie am nächsten Morgen von einem Spaziergänger gefunden wurde.

Obwohl das Motiv in weiten Teilen festzustehen scheint, laufen die Ermittlungen der Polizei weiter auf Hochtouren. Eine Sprecherin sagte, es gelte nun, weitere Spuren auszuwerten und Zeugen zu befragten, auch, „um das Mordmerkmal weiter auszuleuchten“. Der Fall sei „komplex“, die Ermittlungen würden voraussichtlich noch mehrere Wochen andauern. Vor allem der genaue Tathergang müsse noch weiter rekonstruiert werden.

Quelle: FAZ.NET
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