Vergiftete Babynahrung

Polizei soll Erpresser per Zeitungsannonce geantwortet haben

 - 09:13

Die Polizei soll dem Lebensmittelerpresser, der Deutschland zwei Wochen lang in Atem hielt, via Zeitungsannonce die Eckdaten einer geplanten Geldübergabe bestätigt haben. Das berichtet der „Focus“. Im Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschien am 24. September ein Inserat, in dem es schlicht hieß: „ALLES KLAR Sigmaringen, 30.9.2017, um 22 Uhr.“ Laut Focus hatte der Erpresser den Fahndern vorher genau vorgegeben, wie die Geldübergabe abzulaufen habe.

Nachdem er mehrere Gläschen mit vergifteter Babynahrung in Supermärkten in Friedrichshafen deponiert hatte, soll er von den zehn größten deutschen Lebensmitteleinzelhändlern insgesamt 11,75 Millionen Euro gefordert haben, gestückelt in 35.000 Scheinen. Das Geld sollte bis zum 30. September, 22 Uhr, in Sigmaringen übergeben werden – in einem Auto, das die Polizei extra für diesen Zweck beschaffen sollte. Die Polizei hielt sich dem Focus-Bericht zufolge an die Vorgaben, kaufte sogar ein Auto und kontaktierte die Sparkasse in Sigmaringen, die das Geld bereithalten sollte. Ein Sprecher der Polizei wollte den Bericht gegenüber FAZ.NET zunächst nicht kommentieren.

Zu der Übergabe kam es aber auch nicht mehr: Der mutmaßliche Erpresser, ein 53 Jahre alten Mann aus dem Kreis Tübingen, wurde vorher festgenommen. Am 30. September gestand er, hinter der Erpressung zu stecken. Außerdem sagte er dem Haftrichter, dass er keine weiteren vergifteten Lebensmittel verteilt habe. Gegen den mutmaßlichen Erpresser war Haftbefehl erlassen worden. Der Vorwurf gegen den Verdächtigen lautet auf versuchte räuberische Erpressung.

Vergiftete Lebensmittel
Mutmaßlicher Supermarkt-Erpresser festgenommen
© dpa, reuters
Quelle: sede.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenSigmaringenFASFocus Magazin-VerlagPolizei