Sachsen-Anhalt

Erniedrigung in Behindertenheim

 - 15:49

In einem sachsen-anhaltischen Behindertenheim des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes soll einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge ein Bewohner schikaniert und erniedrigt worden sein.

Wie die Zeitung am Samstag berichtete, wurde der Mann von Betreuern in ein „Borat“-Kostüm gesteckt. Anschließend habe er unter Gelächter unter anderem vor leitenden Mitarbeitern in einer „Modenschau“ posieren müssen.

Dabei soll der Bewohner auch fotografiert und gefilmt worden sein.

Das Material soll anschließend in Chat-Gruppen die Runde gemacht haben und sogar als Bildschirmschoner auf Mitarbeiter-PCs eingesetzt worden sein.

In dem Behindertenwohnheim „Siedlung am Park“ des Paritätischen Sozialwerks (PSW) Behindertenhilfe im Landsberger Ortsteil Oppin (Saalekreis) leben bis zu 40 Menschen mit geistiger und schwerstmehrfacher Behinderung.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, wurden die Vorgänge bekannt, nachdem sich besorgte Mitarbeiter dem Landesverwaltungsamt offenbart hatten.

Die Heimaufsicht der Behörde habe daraufhin am Freitag in Oppin unter anderem Computer und Datenträger als Beweismittel gesichert.

PSW-Geschäftsführer Andrik Krüger wurde von dem Blatt mit den Worten zitiert: „Wir gehen der Sache auch intern nach.“ Er habe erst am Dienstag durch ein anonymes Schreiben von dem Fall erfahren. Bis in der Sache etwas bewiesen ist, gelte den Mitarbeitern gegenüber die Unschuldsvermutung, fügte Krüger hinzu.

Quelle: epd
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