Hollywood

Belästigungsvorwürfe gegen Steven Seagal und Louis C.K.

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Die Serie der Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe in der amerikanischen Filmindustrie reißt nicht ab. Auch gegen den Actionfilmstar Steven Seagal ist nun der Vorwurf der sexuellen Belästigung erhoben worden. Die Schauspielerin Portia de Rossi beschuldigt ihn, sie während eines Vorsprechens für einen Film belästigt zu haben. Der 65-Jährige reagierte zunächst nicht auf den Vorwurf. De Rossi schrieb am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter, Seagal habe ihr während der Sprechprobe gesagt, dass ihm die persönliche Chemie mit seinen Kollegen jenseits der Leinwand wichtig sei. Dann habe er vor ihr den Reissverschluss seiner Hose heruntergezogen.

Sie sei daraufhin aus dem Raum gerannt und habe ihre Agentin angerufen, berichtete die aus Australien stammende Schauspielerin. Diese habe ungerührt reagiert und gesagt: „Nun, ich wusste nicht, ob er Dein Typ ist.“ De Rossi spielte unter anderem in der international erfolgreichen amerikanischen Fernsehserie „Ally McBeal“. Die 44-Jährige ist mit der populären amerikanischen Talkmasterin Ellen DeGeneres verheiratet.

DeGeneres erklärte auf Twitter, sie sei „stolz“ auf ihre Frau dafür, dass sie sich mit ihrem Belästigungsvorwurf nun an die Öffentlichkeit gewandt habe. Seagal wurde ab Ende der achtziger Jahre durch Actionfilme wie „Nico“ und „Alarmstufe: Rot“ zum Star. Er ist auch Regisseur, Kampfsportler und Musiker. Große Popularität genießt er bis heute vor allem in Osteuropa. Im vergangenen Jahr wurden ihm die russische und serbische Staatsbürgerschaft verliehen. Seinen russischen Pass holte er persönlich bei Staatschef Wladimir Putin ab.

Auch der Comedian Louis C.K. (50) wird inzwischen mit Vorwürfen von sexueller Belästigung konfrontiert. Fünf Frauen sprachen am Donnerstag in der Zeitung „New York Times“ über Vorfälle, bei denen der Komiker sich unter anderem vor ihnen ausgezogen und masturbiert haben soll. Diese Übergriffe seien demnach bei Treffen in Hotelzimmern und Büros passiert. Unter den Betroffenen sind Kolleginnen, die Vorfälle seit Ende der 1990er Jahre bis 2005 schilderten.

Der Sprecher von Louis C.K. teilte laut der „New York Times“ mit, dass sich der Komiker zu einer Anfrage nicht äußern wollte. Am Donnerstag wurde die New Yorker Premiere seines neuen Films „Daddy, I love you“ kurzfristig abgesagt. In dem Comedy-Drama mit den Darstellern Chloë Grace Moretz und John Malkovich spielt Louis C.K. eine Hauptrolle und führt auch Regie.

Sonderermittlungseinheit eingesetzt

Angesichts der Flut an Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft von Los Angeles unteressen eine Sonder-Ermittlungseinheit eingesetzt. Eine Sondereinheit aus speziell ausgebildeten Staatsanwälten solle die Vorwürfe untersuchen, sagte Bezirksstaatsanwältin Jackie Lacey am Donnerstag (Ortszeit). Es handele sich um Ermittler, die viel Erfahrung in Fällen von Sexualvergehen hätten.

Der lange Zeit mächtige Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg dutzende Frauen sexuell belästigt haben. Mehr als hundert Frauen meldeten sich in den vergangenen Wochen mit entsprechenden Vorwürfen, darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mehrere Frauen werfen ihm überdies Vergewaltigung vor.

Seit Bekanntwerden des Falls Anfang Oktober wurden Missbrauchsvorwürfe gegen zahlreiche weitere Mitarbeiter der amerikanischen Filmindustrie bekannt, darunter Oscar-Preisträger Kevin Spacey, Produzent Brett Ratner, Regisseur James Toback und jetzt Steven Seagal und Louis C.K..

Nach Belästigungsvorwürfen
Kevin Spacey outet und entschuldigt sich
© SZENES/EPA-EFE/REX/Shutterstock, afp
Quelle: rad./AFP/dpa
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