Mutter ließ Kind vergewaltigen

Stiefvater in Freiburger Missbrauchsfall vorbestraft

Von Rüdiger Soldt, Stuttgart
 - 16:47

Der Stiefvater des neun Jahr alten Jungen aus der Region Freiburg, der von seiner Mutter im Internet zur Vergewaltigung an Pädophile angeboten worden sein soll, hat bis 2014 eine mehrjährige Haftstrafe ebenfalls wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verbüßt.

Das bestätige ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg am Freitag. Der Missbrauch des Kindes soll in den Jahren 2015 bis 2017 stattgefunden haben. Das heißt, dass der 37 Jahre alte Mann ein Jahr nach Verlassen des Strafvollzugs eine schwere Wiederholungsstraftat begangen hat.

Die 47 Jahre alte Mutter ist hingegen nicht vorbestraft. Beide Haupttäter sind in Deutschland geboren, sie waren offenbar viele Jahre arbeitslos. Anfang September 2017 erhielten die Ermittler der Frankfurter Sonderstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Cyberkriminalität erste Hinweise auf den Freiburger Fall.

Offenbar hatten die Eltern ihren Sohn auch im Darknet angeboten. Die Polizei konnte die ersten Verdächtigen schon wenige Tage nach den ersten Hinweisen in der Region Freiburg festnehmen. Die Eltern sollen hohe Summe verlangt haben.

Der sexuelle Missbrauch, so ein Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft, sei von den Eltern „überwacht“ worden, das Kind sei zudem „gefügig“ gemacht worden. „Die Mutter leistete eigene Tatbeiträge“, sagte der Staatsanwalt.

„Wir wissen noch nicht, wie viele Fälle es insgesamt sind, es sind sicher mehr als ein Dutzend Fälle.“ Insgesamt sitzen derzeit acht Tatverdächtig in Untersuchungshaft.

Quelle: F.A.Z.
Rüdiger Soldt
Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.
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