Zwei Tote in Detmold

Flüchtiger Verdächtiger war schon wegen Mordversuchs in Haft

 - 17:28

Der Tatverdächtige des Detmolder Tötungsdelikts an einer 24-jährigen Frau und ihrem Sohn hat bereits sechs Jahre wegen versuchten Mordes in Haft gesessen. Der Mann sei 2005 verurteilt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Auch am zweiten Tag nach dem Fund der Leichen in der westfälischen Stadt fehlte zunächst jede Spur von dem 53 Jahre alten Nachbarn. „Bislang sind 25 Hinweise eingegangen, die nun geprüft werden“, sagte ein Polizeisprecher. Die Fahndung laufe „mit Hochdruck“.

Die junge Frau und ihr sechsjähriger Sohn waren am Montagabend erstochen in der Wohnung des 53-Jährigen gefunden worden. Er wohnte nach Angaben der Polizei in demselben Mehrfamilienhaus wie die Opfer. Die Obduktion ergab, dass Mutter und Kind durch Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen ums Leben kamen.

Die Tatwaffe ist demnach wahrscheinlich ein Messer. Es sei aber noch nicht gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tötung des Kindes als Mord und die der Mutter als Totschlag. Die 16-köpfige Mordkommission fahndet mit Foto und Personenbeschreibung nach dem Tatverdächtigen. Der 53-Jährige müsse wegen einer früheren Verletzung eine abnehmbare Gipsschiene tragen, hieß es. Zudem könne er einen dunkelgrauen Rucksack bei sich haben.

Der Verdächtige war laut Polizei 2005 wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Haft verurteilt und nach sechs Jahren vorzeitig entlassen worden. Das damalige Verbrechen weise Ähnlichkeiten zu der jetzigen Tat auf. In beiden Fällen habe der Verdächtige „im sozialen Nahbereich einen längeren Kontakt zu Frauen“ aufgebaut. Nach der Haftentlassung seien bis zum jetzigen Fall keine weiteren Straftaten bekannt geworden.

Mutter und Kind waren laut Polizei erst vor wenigen Wochen in das Haus nahe der Detmolder Innenstadt gezogen. Der mutmaßliche Täter und die Opfer sollen sich gekannt haben. Zum Motiv machten die Ermittler keine Angaben.

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenDetmoldPolizeiStaatsanwaltschaft