Schweizer Skigebiet

Bahn nach Zermatt fährt wieder

 - 18:45

Tausende Touristen können aufatmen: Der eingeschneite schweizerische Ort Zermatt ist wieder per Bahn zu erreichen. Nach fast zwei Tagen, in denen Zermatt von der Außenwelt abgeschnitten war, fuhren seit
Mittwochnachmittag wieder Züge in den Urlaubsort im Kanton Wallis, wie das Touristenbüro am Mittwoch mitteilte. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn, die Zermatt mit dem sechs Kilometer entfernten Täsch verbindet, nahm demnach um 17.15 Uhr wieder ihren Betrieb auf.

Die meisten der 13.000 Feriengäste reagierten gelassen auf die Sperrung der Strecke und warteten vor allem auf die Wiedereröffnung der Skipisten. Für einige Dutzend, die dringend fort mussten, drängte die Zeit allerdings. Nachdem die erhoffte Öffnung der Bahnlinie am Morgen wegen unerwartet hoher Schneeberge entlang der Strecke verschoben werden musste, setzten sie auf die Luftbrücke.

Am Heliport konnten sie mit einem kleinen Hubschraubern ausgeflogen werden. Es gab dort Wartezeiten von bis zu einer Stunde, wie das Touristenbüro mitteilte.

Wintersportler sind wieder auf den Pisten

Der Tourismusverband Zermatt frohlockte am Morgen bei Facebook: „The Matterhorn ist back!“ – Das Matterhorn ist wieder da. Er postete dazu ein aktuelles Foto des weltberühmten Schweizer Berges, der bei Schneetreiben und Nebel tagelang nicht zu sehen gewesen war. Restaurants hatten die festsitzenden Gäste mit geschmolzenem Käse vom Pappteller und Schnaps aus Gläsern vom Brett bei Laune gehalten.

„Es geht mit dem Wintersport wieder los, einige Pisten sind schon gesichert und wieder offen“, sagte die Marketingleiterin von Zermatt Tourismus, Janine Imesch. Am Nachmittag waren etwa 32 Kilometer Piste wieder befahrbar, wie Sandra Stockinger von den Zermatt-Bergbahnen sagte. Es war ein kleiner Teil der 200 Pistenkilometer im Schweizer Teil des Skigebiets an der Grenze zu Italien.

Lawinen könnten sowohl über feste Sprengeinrichtungen als auch durch das Abwerfen von Sprengladungen in die Hänge ausgelöst werden, erläuterte Lawinenexpertin Pielmeier: „In manchen Lawinenzügen stehen Sprengmasten, bei denen ferngesteuert eine Klappe geöffnet werden kann, aus der eine Sprengladung in den Hang abgesenkt oder ausgeworfen wird“, sagte sie. „An anderen gefährdeten und unzugänglichen Hängen kann ein Gasgemisch gezündet werden.“ Dabei trete Gas über ein Zündrohr aus. Die Druckwelle löst die Lawine aus. „Am besten ist es, oberhalb der Schneeoberfläche eine Detonation zu erzeugen.“

Keine außergewöhnliche Situation

Romy Biner-Hauser, Gemeindepräsidentin von Zermatt, sagte im FAZ.NET-Interview, dass die gegenwärtige Situation früher „fast zum Winteralltag gehörte.“ Das sei öfter vorgekommen und habe auch schon mal eine Woche gedauert. „In der näheren Vergangenheit sind die Niederschläge ja etwas weniger geworden, so wie im Moment war es das letzte Mal im Winter 1999/2000,“ sagt Biner-Hauser.

Versorgungsprobleme gab es in Zermatt und anderswo nicht. „Hotels und Restaurants sind gut ausgestattet, bei Essen und Trinken gibt es keinerlei Engpässe“, sagte Imesch von Zermatt Tourismus. „Wir sind als Winterdestination immer darauf eingestellt, dass die Bahn mal wetterbedingt nicht fährt. Wir halten es lange auch ohne Nachschub aus.“

Quelle: thob./dpa/AFP
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